Kritik: WRONG TURN

Im Jahr 2003 nahm es seinen Anfang und es scheint kein Ende in Sicht…mittlerweile startet in Kürze der in Bulgarien gedrehte sechste Teil 6 der Reihe und noch immer dient das Original als Blaupause für alle weiteren Fortsetzungen – ohne jedoch auch nur annähernd dessen Qualität zu erreichen.
Die Rede ist von dem erfolgreichen Horror-Franchise WRONG TURN, jenem dreckigen und kompromisslosen Backwood-Slasher, der es als einziger Teil der gesamten Reihe sogar unbeschadet in die deutschen Kinos geschafft hatte.

Make Up-Spezialist STAN WINSTON zeichnete für die Effekte und auch als Produzent verantwortlich, ALLAN B. McELLROY (Autor des vierten HALLOWEEN-Aufgusses) lieferte das Drehbuch und im Cast tauchten durchaus bekannte Darsteller wie DESMOND HARRINGTON, ELIZA DUSHKU und JEREMY SISTO auf.
WRONG TURN erfindet das Genre nicht neu, legt aber den Grundstein für eine erfolgreiche und bei Splatterfans durchaus beliebte Reihe, die im Laufe der Zeit weniger wegen der einfallslosen Rahmenhandlung überzeugt, als vielmehr wegen der derben und explizit dargestellten Kills, die die Fortsetzungen dominieren.

Der erste Teil geizt auch nicht mit blutigen Eskapaden, doch wurde hier noch eine ausgewogene Mischung aus harten Schocks, wohl dosierten Splatter und nervenaufreibender Spannung geboten – routiniert in Szene gesetzt und ohne unnötige Längen. Das Setting der Wälder West Virginias, in der eine durch Inzest degenerierte Kannibalensippe haust und Touristen schlachtet, wird – wie in keinem weiteren Teil der Reihe – perfekt zur Geltung gebracht für unzählige Jagden der Rednecks auf ihre Opfer.
Diese zählen auch nicht zu den plumpen, klischeehaften Abziehbildern aus ähnlichen Genre-Produktionen oder den späteren Teilen, sondern erweisen sich als hartnäckige Beute – auch wenn, gemäß dem Genre, nicht viele von ihnen übrig bleiben. Dumme Zoten und Kalauer, unsinniges Verhalten in Extremsituationen und unnötige Sexszenen bleiben dem Zuschauer (im Gegensatz zu allen noch folgenden Teilen) hier erspart. Stattdessen kämpfen sich die vier Hauptdarsteller durch das Dickicht des Waldes, springen von einem brennenden Aussichtsturm auf meterhohe Bäume oder starten Ablenkungsmanöver um ihre Verfolger auszutricksen oder außer Gefecht zu setzen.

Drehbuch und Regie holen das Maximum aus der dünnen Story heraus und lassen dem Zuschauer nach einer kurzen Anlaufphase kaum Zeit zum Durchatmen. WRONG TURN liefert bis zum dramatischen Finale eine nervenaufreibende Menschenjagd mit unzähligen spannenden Momenten.

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Die Darstellerleistungen sind überwiegend solide, die Masken- und Splattereffekte von beachtlicher Qualität und das Setting wunderbar dreckig wie in guter, alter TCM-Tradition. Einzig ELIZA DUSHKU beweist in ihrer Rolle größtenteils schauspielerisches Unvermögen und auch die Synchronisation ist über weite Strecken nicht überzeugend.
Das sind jedoch negative Aspekte, die hier kaum ins Gewicht fallen. Für ein B-Movie aus dem Backwood-Subgenre ist WRONG TURN ein wirklich gelungener Beitrag und der beste Film der gesamten Reihe.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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