Kritik: VIOLENT SHIT – THE MOVIE

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VIOLENT SHIT – THE MOVIE:

Ohne jemals die Original VIOLENT
SHIT-Trilogie von ANDREAS SCHNAAS gesehen zu haben, bezieht sich unser
Fazit zu VIOLENT SHIT – THE MOVIE ausschließlich auf diesen Titel als
eigenständiger Film und ohne Verweise oder Vergleiche zum Original.
Rückblickend auf die Intention der Macher – Regisseur LUIGI PASTORE
(SYMPHONY IN BLOOD RED) und Produzent STEVEN AQUILINA – und dessen,
als was der Film im Vorfeld (u.a. in einem Interview der DEAD ENDS in
Ausgabe 2) angekündigt wurde, muss man dem Streifen attestieren, dass
die Ansprüche, die man sich selbst gesetzt hatte, durchaus bedient
werden: Der Score von CLAUDIO SIMONETTI und GOBLIN ist zwar nicht so
prägnant wie die Nummern zu ihrer und der Glanzzeit des Gialli unter
DARIO ARGENTO – spendiert dem geschulten Ohr aber ein durchaus
stimmiges akustisches Deja-Vu. Der Drehort Italien mit seinen
imposanten und barocken Bauten bietet ein atmosphärisches Setting und
hochkarätige Größen des sleazigen Italofilms wie ENZO G. CASTELLARI
oder GIOVANNI LOMBARDO RADICE sorgen für ein gewisses Retro-Feeling.
Als neumodische Giallo-Variante, die lediglich die VIOLENT
SHIT-Thematik für eine eigene Storyline nutzt, hat LUIGI PASTOREs Film
durchaus Stärken und Potential vorzuweisen. Wenn man den Beitrag von
diesem Standpunkt aus betrachtet, erfüllt der Film die gemachten
Versprechungen durchaus. Wer aber aufgrund des Titels eine
Splatterorgie erwartet, wird auch in dieser Hinsicht früher oder
später bedient. Den Film wegen angeblich fehlender Goreszenen zu
kritisieren entbehrt jeglicher Logik. Selbst für einen Giallo hält
VIOLENT SHIT – THE MOVIE über den gesamten Film verteilt einige
explizite Momente bereit, die über das gewöhnliche Giallo-Maß
hinausgehen. Neben einer Ausweidung, einer Entmannung und einer
Enthauptung werden Kehlen durchgeschnitten, Augäpfel aus ihren Höhlen
geschabt und eine Wirbelsäule aus dem Rücken gerissen. Die Effekte
sind preisgünstig und handgemacht, verfehlen aber nicht ihre Wirkung.
Sicherlich gibt es auch einiges zu bemängeln und der Film ist weit
davon entfernt, ein Meilenstein des Genres zu sein oder die Klasse
bedeutender Giallo-Vertreter zu erreichen. Trotz Stimmung, Sex und
Splatter haftet dem Film auch oftmals der herbe Geschmack
unfreiwilliger Komik an, der bei der finalen Sex- und Splatterszene
seinen Höhepunkt erreicht (Stichwort: Koksnase 😉 ). Streckenweise
wirkt der Film zusammenhanglos und wie zusammengeflickt, die Story ist
grobmaschig wie ein Fischernetz, unzählige Dialogszenen wirken unnötig
in die Länge gezogen. Und trotzdem hat der Film durchaus seinen Reiz
und auch einen gewissen Unterhaltungswert. Wer mit der richtigen
Grundeinstellung an den Film herangeht wird durchaus seinen Spaß
haben.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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