Kritik: VERFLUCHT
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Jimmy (Jesse Eisenberg) und seine Schwester Ellie (Christina Ricci) erleben eines Abends den Schreck ihres Lebens: nichts Böses ahnend auf einer abgelegenen Straße fahrend, springt ihnen plötzlich ein Tier vor die Motorhaube und sie rammen ein anderes Auto, das sich daraufhin überschlägt. Als sie der Fahrerin Becky (Shannon Elizabeth) aus dem Autowrack helfen wollen, werden sie von dem eben angefahrenen Tier angegriffen und Becky wird in Stücke gerissen, während die Geschwister mit ein paar Kratzern davonkommen. Kurze Zeit später greift das Tier weitere Menschen an und die beiden bemerken ungewöhnliche Veränderungen an ihren Körpern. Für Jimmy steht fest, dass sie sich langsam in Werwölfe verwandeln..

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Mit der populären „Scream“-Trilogie hauchte Regisseur Wes Craven, Schöpfer der legendären Figur Freddy Kruger, dem totgeglaubten Slasher neues Leben ein, als ausführender Produzent von „Dracula 2000“ verpasste er dem Vampirfilm eine Frischzellenkur und mit „Verflucht“ gelang es ihm, zusammen mit Autor Kevin Williamson ( „Scream“ 1+2), dem Werwolf-Mythos neue Impulse zu verleihen.
Die Mischung aus lockeren Gags und blutspritzenden Effekten erweist sich auch in diesem Genre als Erfolgsformel – zumal der Werwolf weit weniger verbraucht ist als beispielsweise irre Serienkiller oder Vampire.
Um eine möglichst breite Masse anzusprechen wurde die Story in zwei verschiedenen Milieus angesiedelt: zum einen auf das bewährte High School-Terrain, und zum anderen in die Kulissen von Hollywood, was genug Spielraum zulässt für die üblichen Teenager-Klischees als auch die liebevollen Zitate auf frühere Klassiker, die meist bei Autor Williamson das Salz in der Suppe sind.

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Die Verweise auf frühere Genre-Produktionen sind zwar nicht so zahlreich wie noch bei „Scream“, trotzdem wird dem Klassiker der Universal-Studios, „The Wolfman“, ausreichend Tribut gezollt und aberwitzige Cameo-Auftritte, beispielsweise von Scott Baio, sorgen für Augenzwinkern.
Die altbekannte Story um die Legende vom Werwolf wird entsprechend mit fetziger Musik und einigen blutigen Splattereffekten aufgepeppt und dabei diverse Stilmittel des Genre einfallsreich variiert. So erzielt das, üblicherweise für einen Werwolf tödliche Silber, hier eine ganz andere Wirkung, in dem es den Werwolf lediglich verletzt so wie Weihwasser einen Vampir.
Die Sinne der beiden Hauptakteure Christina Ricci („Sleepy Hollow“) und Jesse Eisenberg („Zombieland“) werden nach einem Werwolf-Angriff geschärft und ihr Heißhunger auf rohes Fleisch nimmt genauso zu wie ihre sexuelle Anziehungskraft auf andere Menschen und Tiere – was vor allem bei Eisenberg alias Jimmy zu aberwitzigen Situationen der homoerotischen Art führt.

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Humor und Erotik sind in diesem Fall niemals platt, und Wortwitz und Situationskomik halten gekonnt das Gleichgewicht, wobei Craven sehr viele amüsante Szenen gelungen sind.
Die vielen bekannten Jungstars gehen in ihren Rollen glaubwürdig auf, wirken sympathisch und agieren mit viel Spielfreude.

Der einzige Wermutstropfen, an dem ansonsten auch sehr spannenden Horrorfilm, sind die Werwolf-Effekte: Die Kreatur, die von Rick Baker („American Werewolf“, „Wolfman“) entworfen wurde, sieht zwar sehr furchteinflößend aus, aber sowohl die Verwandlungen als auch sämtliche Bewegungen des Werwolfs sind computeranimiert, was „Verflucht“ etwas von seiner Atmosphäre raubt.
Vor allem im Finale wurde überwiegend diese Technik eingesetzt, wobei viel Flair des ansonsten eher klassisch in Szene gesetzten Films verloren geht.

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Davon abgesehen kann die erneute Zusammenarbeit von Craven/Williamson in allen Punkten überzeugen und durch eine ausgewogene Mixtur aus Romanze, Humor und blutigem Horror bestechen. „Verflucht“ ist eine moderne Hommage an den klassischen Werwolf-Film, der auf amüsante Art mit Klischees und Versatzstücken des Genres spielt und wunderbar zu unterhalten weiß.
Und auch wenn Christina Ricci sich nicht komplett in einen Werwolf verwandelt, so darf sie trotzdem zum süßesten Werwolf der Filmgeschichte gezählt werden.

7,5 von 10 Reißzähnen

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