Kritik: THE SEEDS OF DISCORD

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Als sich die Mitglieder der wohlhabenden Familie Pontagnac mehr oder weniger unfreiwillig in ihrem feudalen Feriendomizil auf Mykonos treffen, hat keiner von ihnen eine Ahnung, warum er hier ist. So wie es scheint auf Einladung von Madame Pontagnac, der Patriarchin der verfeindeten Sippschaft. Licht ins Dunkel bringt bald Noelle, eine unbekannte Schönheit, die sich zielstrebig einnistet – und die Wahrheit über die ehrbare Familie ans Licht bringt. Die Fassade bröckelt und nach und nach offenbart sich ein längst begrabenes Geheimnis der heißen Sonne von Mykonos. Doch die griechische Insel bietet weitaus mehr als Sirtaki und Ouzo – und selbst die Fäden eines Drogendeals und die Machenschaften einer Verbrecherbande laufen bei den ehrenwerten Pontagnacs zusammen…

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„Das ist das gottverdammte Paradies“, wie einer der Akteure zum Ausdruck bringt – doch für die meisten Beteiligten öffnet sich auf
Mykonos vielmehr die Hölle auf Erden und ein Urlaub, der unbeschwert begann, entwickelt sich zur griechischen Tragödie.

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Mit THE SEEDS OF DISCORD steht nunmehr der 52. Film des BRANDL-CLANS auf dem Programm, mit dem das geschwisterliche Trio eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass es nicht nur MOOR-MONSTER zum Leben erwecken kann, sondern auch mit seinen Independent-Produktionen im ernsten Bereich durchaus zu überzeugen weiß. Im Gegensatz zum gewollt trashigen MOOR-MONSTER (der Nr. 53 im filmischen Schaffen der BRANDLS), machen sich zwar hier vereinzelt Schwächen im Schauspiel mancher Darsteller bemerkbar – doch sind kleinere Makel im Ausdruck und in der Mimik bei einer No Budget-Produktion durchaus zu verzeihen. Wenn Bayern mit entsprechendem Akzent Franzosen spielen, gibt es durchaus zwei, drei Momente der unfreiwilligen Erheiterung – aber bei einer Laufzeit von 127 Minuten sind das Peanuts. Inszenatorisch und auch hinsichtlich des Einfallsreichtums der Handlung und ihres Verlaufs, wird bei dieser Amateurproduktion ein überdurchschnittliches Niveau erreicht.

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Die Ausgangssituation, mit der THE SEEDS OF DISCORD beginnt, ist eine Geiselnahme und eine Leiche. Brutale Drogenhändler haben die Familie Pontagnac in ihre Gewalt genommen, um durch Folter das Versteck von mehr als 5 Kilo Kokain zu erfahren, In Rückblenden aus der Sicht jeder Geisel fügen sich die vorherigen Ereignisse, die zur Eskalation der Lage geführt haben, zu einem Mosaik zusammen und offenbaren einen modernen Thriller mit Noir-Anleihen und einer gehörigen Portion Sex. Ein blondes Gift, die obligatorische Femme Fatale, spinnt die Fäden in diesem knisternden Film, der die deutschen 70ies-Vorbilder NACKT UND HEISS AUF MYKONOS oder DIE INSEL DER 1000 FREUDEN kaum verleugnen kann. Vor der malerischen, sonnendurchfluteten Kulisse regieren Intrigen, Neid, Missgunst und Sex das Geschehen um familiäre Zwietracht, tödliche Geheimnisse und Kokainsucht. Ein Strudel aus Ekstase und Gewalt, bei dem alle Beteiligte für ein Verbrechen aus der Vergangenheit mit einem Verbrechen in der Gegenwart büßen müssen.

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THE SEEDS OF DISCORD ist ein erotischer Thriller, der nach und nach das komplexe Handlungsgeflecht entwirrt und das Familiendrama auf ein blutiges Finale mit einem überraschenden Plott-Twist zusteuern lässt. Das Szenario ist, für eine Amateurfilm-Produktion, sehr gut umgesetzt. Drehbuch, Regie, Kamera und Score ergänzen sich perfekt miteinander und man merkt auch diesem Film in nahezu jeder Einstellung an, wie viel Herzblut seitens aller Beteiligten in diesem Projekt steckt. Nicht jeder Dialog sitzt zu hundert Prozent, nicht jedes Acting ist perfekt – aber das muss es auch nicht. Gedreht an Originalschauplätzen und angereichert mit zahlreichen gepfefferten und spitzen Dialogen, ist das Ergebnis runder und harmonischer als man von einer Produktion erwarten kann, der so gut wie nichts an Budget zur Verfügung steht. Hier und da mangelt es etwas an Tempo und mit über zwei Stunden ist der Film auch etwas zu lang, aber der erotische Intrigantenstadl weiß letzten Endes zu unterhalten und dürfte Fans von Independentfilmen bereichern.

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About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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