Kritik: THE RAID

Als neues Mitglied eines verdeckt operierenden Sondereinsatzkommandos soll Rama einen brutalen Drogenbaron in dessen heruntergekommenen fünfzehnstöckigen Apartmentblock stellen und dingfest machen. Aber nicht alles ist so, wie es scheint: Die Führung der Eliteeinheit verfolgt anscheinend ihre eigenen Ziele, während der Kopf des Kartells, Tama (Ray Sahepaty), offenbar längst über den Sturmangriff informiert war und bestens vorbereitet ist. Als seine vorgewarnten Wachen die Operation gleich zu Beginn auffliegen lassen, bricht in dem Gebäude die Hölle los. Jedem Killer, Gangster und Dieb wird von Tama lebenslange Unterkunft im Austausch gegen die Köpfe der Polizisten angeboten. Und der kriminelle Abschaum lässt sich nicht lange bitten. In brutalen Stellungskämpfen wird Ramas Truppe ausgeschaltet, bis nur noch wenige Polizisten einer gegnerischen Übermacht gegenüberstehen. Rama muss für den gefallenen Anführer seines Teams einspringen und all seine kämpferischen Fähigkeiten einsetzen – um sich Stockwerk für Stockwerk und Raum für Raum nach vorne zu kämpfen, die Mission zu beenden und trotzdem mit dem Leben davonzukommen.

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Das ist die Ausgangslage von „The Raid“ – was sich nach einem typischen Belagerungs-Thriller im Stil von John Carpenters „Das Ende“ oder dessen französischer Variante „Das tödliche Wespennest“ anhört, gilt schon jetzt als eines der großen Action-Meisterwerke der Filmgeschichte, das bereits auf zahlreichen Festivals euphorisch gefeiert wurde.

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Der walisische Regisseur Gareth Evans hat mit Iko Uwais als Rama den nächsten großen asiatischen Actionstar und einen ebenbürtigen Nachfolger für die Garde um Jet Li oder Tony Jaa gefunden.
Nach einer kurzen Einleitung setzt Evans konstant auf Tempo und liefert einen Actionfilm der härtesten Gangart ab – orientiert an Großmeister John Woos grandioser Ballistikchoreographie, wobei „The Raid“ die Werke des großen Vorbilds wie einen Kindergeburtstag aussehen lässt. Ein Film, bei dem (um Bösewicht Tama zu zitieren), keine Gefangenen gemacht werden. Zu einem treibenden Score von „Linkin Park“-Frontmann Mike Shinoda hebt Regisseur Evans mit atemberaubenden Szenen die Grenzen von Schmerzempfindlichkeit und Physik auf.

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Stilistisch und inszenatorisch über jeden Zweifel erhaben, besticht „The Raid“ in der ersten Hälfte als bleigestärkte Actionorgie mit unzähligen, blutigen CGI-verstärkten Shoot Outs, um sich im weiteren Verlauf des Films voll und ganz dem Martial Arts-Aspekt zu widmen und artistische, knallharte Fights zu präsentieren, die so intensiv inszeniert sind, dass der Zuschauer glaubt, die Schläge und Tritte spüren zu können. Ob Kämpfe mit Schlagstöcken, Macheten, Messern oder Faustkämpfe – „The Raid“ zelebriert Sterben in höchster Vollendung und erhebt es zur filmischen Kunstform. Hervorragend choreografiert, besticht der Film durch atemberaubende Actionszenen mit einfallsreichen Kills. Was in dieser Hinsicht „Final Destination“ für den Horrorfilm ist, stellt „The Raid“ für den Actionfilm dar und entfacht dabei ein blutiges, brutales Inferno der Gewalt, das hierzulande, überraschenderweise, von der FSK unberührt blieb.

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Ob von unzähligen Kugeln zerschossene Körper oder Head Shoots, durchschnittene Kehlen, aufgeschlitzte Gliedmaßen, Knochenbrüche oder zerschmetterte Körper – „The Raid“ setzt neue Maßstäbe im Härtegrad und hat sich die Euphorie der Fans und das Kritikerlob mehr als verdient. Für Fans des Genre ein absolutes Muss, während Gegner des asiatischen Films durchaus angenehm überrascht sein dürften…

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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