Kritik: THE EQUALIZER

In THE EQUALIZER spielt DENZEL WASHINGTON Robert McCall, einen ehemaligen verdeckt operierenden Agenten eines CIA-Spezialkommandos, der seinen Tod vorgetäuscht hat, um in Boston in Ruhe leben zu können. Als er eines Tages aus seinem selbstgewählten Ruhestand zurückkehrt, um ein junges Mädchen namens Teri (CHLOE GRACE MORETZ) zu retten, steht er plötzlich gewalttätigen russischen Gangstern gegenüber. Während er sich an denen rächt, die sich brutal an Hilflosen vergreifen, erwacht McCalls Gerechtigkeitssinn zu neuem Leben. Wenn jemand ein Problem hat, sich die ganze Welt gegen ihn verschworen hat, und er sich an niemanden sonst wenden kann, wird McCall ihm helfen. Er ist der Equalizer.

THE EQUILIZER – Ab 19.02.2015 auf DVD, BR und VOD über SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT im Handel

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Basierend auf der gleichnamigen US-Serie, die in vier Staffeln mit insgesamt 88 Folgen in den Jahren 1985 – 1989 produziert wurde, entstand unter der versierten Regie von ANTOINE FUQUA (TRÄNEN DER SONNE, OLYMPUS HAS FALLEN) das Kino-Revival des Serien-Klassikers. DENZEL WASHINGTON spielt darin die Hauptrolle, die im Original EDWARD WOODWARD ausgefüllt hatte, der im Vergleich zu WASHINGTON älter und reifer wirkte und mehr einem britischen Gentleman glich als einem Actionhelden. Und entsprechend half der introvertiert wirkende, stets edel gekleidete McCall unschuldig in Not geratenen Menschen. Mehr durch Intelligenz und Intuition, anstatt durch Waffengewalt. Dem passt sich WASHINGTON in seiner Darstellung bestens an – doch wenn man an Gegner gerät, die keine Skrupel kennen, ist Waffengewalt unumgänglich. So war es auch schon bei EDWARD WOODWARD – und diesem Prinzip folgt auch die Neuverfilmung. Trotzdem ist THE EQUALIZER kein reinrassiger Actionfilm im eigentlich Sinn, auch wenn es eine bildgewaltige Explosion und mehrere Nahkämpfe zu bewundern gibt, bei denen WASHINGTON sehr cool in Szene gesetzt ist.

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Das Drehbuch von RICHARD WENK nimmt sich außerordentlich viel Zeit, um den vielschichtigen Charakter McCalls, unter Einbindung seiner Vergangenheit, vorzustellen und somit den nachfolgenden Handlungsverlauf und McCalls Verhalten erklärbar zu rechtfertigen. Genauso wie das Vorbild, ist WASHINGTONS McCall ebenfalls ein ruhiger, introvertierter Mann mit festen Regeln, Gewohnheiten und dem grenzenlosen Bedürfnis, anderen Menschen aus ausweglosen Situationen zu helfen und die Gerechtigkeit wieder herzustellen, wenn das Gesetz versagt. Er kann nicht wegsehen und das ist die Stärke, die diesen Charakter ausmacht. Er ist weise und versucht, selbst dem übelsten Abschaum noch die Gelegenheit zu geben, sein Handeln zu überdenken – bevor er zu anderen Mitteln greift. Mittel, die zwar in ihrer Konsequenz blutig und meistens auch tödlich sind, aber auch unausweichlich.

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Es gilt, ein junges Mädchen aus den Fängen gewissenloser russischer Zuhälterbanden zu befreien, korrupte Cops zu überführen und das Syndikat von unten bis ganz nach oben auszuschalten. Die vielen ruhigen Momente dieser erfreulich unspektakulären, aber umso brachialen Geschichte, wird von brutalen Szenen gebrochen, wobei die Art, derer sich McCall seiner Gegner entledigt, hart aber effizient ist. McCalls früheres Handwerk war das Töten – und dieses Handwerk versteht er noch immer. Mindestens genauso gut, wie den feinfühligen Umgang mit seinen Mitmenschen. Zwischen feinen Dialogen mit vielen Weisheiten, die hier gar nicht einmal kitschig wirken, kann es dann schon einmal vorkommen, dass ein gewöhnlicher Flaschenöffner von McCall zweckentfremdet wird, um damit fiesen russischen Schurken die Augen auszustehen oder ihn vom Kehlkopf aus in die Mundhöhle zu rammen.

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THE EQUALIZER ist ein ruhiger Film mit gelegentlichen eruptiven Gewaltausbrüchen. Dem charismatischen McCall stehen skrupellose Gegner gegenüber, so dass das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse ausgeglichen ist und der Equalizer ausreichend Gelegenheit hat, diesen Fehler zu korrigieren. Der Spannungspegel ist dabei, genauso wie der Unterhaltungswert, auf einem angenehm hohen Level. Die Verfilmung bietet Thrill, konsequente Härte, hervorragende Darsteller und einen superben, stimmungsvollen Score von HARRY GREGSON WILLIAMS – auch wenn man sich gewünscht hätte, als Referenz an das Original, im Abspann die Titelmelodie von STEWART COPELAND zu hören.

Insgesamt bietet THE EQUALIZER bestes Entertainment – schnörkellos und in der Kameraführung angenehm an das ruhige Original angelehnt.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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