Kritik: SHARK NIGHT 3D
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Ein ganz besonderes Wochenende voller feucht-fröhlichen Spaß war geplant: Sara lädt ihre besten Freunde ins Ferienhaus ihrer Eltern ein, das auf einer Insel an einem See in Louisiana liegt. Gleich nach der Ankunft wirft sich die Gruppe in ihre Badesachen, lässt die Korken knallen, fährt Wasserski und flirtet wild drauflos. Doch mit dem Spaß ist es bald vorbei, als sich herausstellt, dass sich in den Gewässern ein mordlustiger Hai aufhält und sich einen nach dem anderen schnappt…

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Tierhorror ist in und dass nicht nur seit die beiden Meister-Regisseure Hitchcock und Spielberg mit Hilfe aggressiver Vogelschwärme und eines mörderischen weißen Hais den Schrecken auf die Leinwand brachten.
Unzählige Streifen im Fahrwasser dieser beiden Klassiker sollten folgen, beinahe jede Spezies sollte zur furchteinflößenden Bedrohung werden – ob Killerameisen, Frösche, Kakerlaken, Ratten, Bienen oder Spinnen: der Phantasie der Drehbuchautoren waren keine Grenzen gesetzt. Seit die Gentechnik als eines der größten Übel unserer Gesellschaft Einfluss auf die Drehbücher nahm, konnten Dank effektiver Computeranimationen selbst die bizarrsten Kreaturen und Kreuzungen wie „Mega Shark“ oder „Sharktopus“ preisgünstig in unzähligen Trash-Machwerken „Direct-To-DVD“ den Weg in unser Heimkino finden.

Immer wieder gelangten Produktionen wie „Deep Blue Sea“, „Open Water“ oder „Die Fährte des Grauens“ auch ins Kino und ließen mehr oder weniger erfolgreich die Kinokassen klingeln. Nach dem ungeheuren Erfolg von „Piranha 3D“ war deshalb gewieften Produzenten klar, dass auch noch einmal der Hai ein kurzzeitiges Revival auf der großen Leinwand erleben sollte.
Das Resultat – ebenfalls in 3D inszeniert – stellt „Shark Night“ dar, der unter der routinierten Regie des im Horrorfilm erprobten David R. Ellis („Snakes On A Plane“, „Final Destination 2 + 4“) entstand.

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Von einem kleineren Studio produziert stand Ellis deutlich weniger Budget und namhaftes Personal zur Verfügung als Alexandre Ajas „Piranha“-Remake, auch der Blutgehalt erreicht bei weitem nicht die Dimensionen des großen Vorbildes.
Im Vergleich zu den drittklassigen Produktionen – beispielsweise aus der Aylum-Schmiede – schneidet „Shark Night“ jedoch deutlich besser ab. 
Auch wenn der Cover-Text dem Zuschauer viel nackte Haut verspricht, so halten sich trotz wohl geformter Bikini-Schönheiten Nuditäten oder pubertäre Flosskeln genauso zurück wie der Trashgehalt. 
Im Gegenteil: „Shark Night“ hat zwar Biss und kommt sehr schnell in Fahrt, ist dabei aber weniger abgefahren wie „Snakes On A Plane“ und kommt relativ ernst rüber.
Anspruchsvolle Dialoge oder Charakterzeichnung darf man hier trotzdem nicht erwarten – der Fun-Faktor steht an erster Stelle, auch wenn der meiste Witz mehr aus der bizarren Rahmenhandlung entsteht, in der in bester „I Spit On Your Grave“-Manier der Sheriff mit zwei durchgeknallten Rednecks gemeinsame Sache macht, um mit den selbst gedrehten Videos von Haiangriffen die dicke Kohle zu scheffeln. Hier zitiert der Film selbstironisch die Geschäftemacherei mit dem Horror und kann mit Verweisen auf „Gesichter des Todes“ punkten – absurd, aber von solchen abgedrehten Ideen leben Filme dieser Art und da heißt es: Verstand bei Einlegen der DVD abschalten und einfach nur genießen. 

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Mehr ist den beiden Drehbuchautoren als Hintergrund für die Hai-Angriffe auch nicht zu entlocken, reicht aber auch vollkommen aus, um den Fan die knapp 90 Minuten angemessen zu unterhalten.

Das Finale ist zwar relativ unspektakulär und leidlich spannend ausgefallen – alles in allem ist „Shark Night“ ein sorgfältig inszeniertes B-Movie mit hohem Unterhaltungswert.

7/10

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