Kritik: RUINEN
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Ein exotischer Schauplatz, eine uralte Maya-Ruine mit einem tödlichen Geheimnis und gefährliche Einheimische, die mit allen Mitteln versuchen, das Böse, das diese antike Ausgrabungsstätte beherrscht, nicht austreten zu lassen. 
Vier ahnungslose Touristen auf der Suche nach einem Abenteuer, das sie direkt in die grüne Hölle des Dschungels führt…und zu Opfern mörderischer, fleischfressender Pflanzen werden lässt.

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Hui, klingt ganz nach den Zutaten einer trashigen Verfilmung eines phantastischen Stoffes aus den Hammer-Studios oder nach einer B-Movie-Perle a la „Die Blumen des Schreckens“.
Weit gefehlt, denn bei „Ruinen“ handelt es sich um das noch gar nicht so lange zurückliegende Regiedebut von Carter Smith, der das Drehbuch von Scott Smith – nach dessen eigener Romanvorlage – und, mit Ben Stiller als Produzenten, in Szene gesetzt hatte.
Der erste Schock lässt nicht lange auf sich warten und die krude Story kommt nach einer kurzen Einleitung der Charaktere schnell in die Gänge. Noch bevor der Zuschauer überhaupt begreifen kann, was in den finsteren Ruinen sein unheilvolles Unwesen treibt, wird auch schon der erste Tourist – ein Grieche namens Dimitri – mit Pfeil, Bogen und gezieltem Kopfschuss von den Ruinen-Wächtern CGI-lastig ins Jenseits befördert.
Und das ist erst der Anfang eines recht blutigen Überlebenskampfes, bei dem es teilweise sehr derbe zur Sache geht und die panischen Touristen am Ende der Nahrungskette einer subtropischen Mörderpflanze mit tödlichen Fangarmen stehen.

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Der hauchdünnen Story geht trotz kurzer Spielzeit von nur 86 Minuten schnell die Luft aus, vor allem im letzten Drittel, als die Spannungen innerhalb der kleinen Gruppe und der Splattergehalt durch diverse Amputationen und Selbstverstümmelungen ihren Höhepunkt erreicht haben, nimmt das mysteriöse Eigenleben der Maya-Botanik nahezu skurrile Formen an, wobei „Ruinen“ einiges an Intensität und Dramatik einbüßen muss.
Trotz seiner Vorhersehbarkeit schafft es Regisseur Smith im Finale noch einen kleinen Spannungsbogen zu ziehen, bevor das „Mexican-Topfpflanzen-Massaker“ den Zuschauer in den Abspann entlässt. 

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Etwas weniger übersinnlichen Hokuspokus hätte dem soliden Flora-und-Fauna-Schocker sicherlich besser gestanden, dann hätte es auch für eine minimal höhere Punktzahl gereicht.
Doch saubere Effektarbeit und dezente Schocks halten den Zuschauer bei Laune und sorgen für kurzweiliges Horror-Feeling.
Für Hobby-Botaniker und „Pflanzenfresser“ empfehlenswerter Stoff, als Dauergast für die Filmsammlung jedoch weniger geeignet!

6,5/10

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