Kritik: RIPPER STREET

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Im Dezember 2012 startete eine neue BBC-Serie, die nun auch zu Recht den Weg in die deutschen DVD- und BR-Regale findet: “Ripper Street” bestand zunächst aus acht Episoden, acht weitere folgten für eine zweite Staffel Ende 2013 und auch Staffel 3 ist mittlerweile produziert und bereits veröffentlicht. Staffel 1 der düsteren Serie um das London kurz nach den Jack-the-Ripper-Ereignissen Ende des 19. Jahrhunderts ist seit dem 28. Februar 2014 auf DVD (3 Discs) und BR (2 Discs) zu kaufen. Die Staffeln 2 und 3 sind außerdem als Boxset erhältlich.

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“Ripper Street – Staffel 1” – Darum geht´s in der BBC-Serie

RIPPER STREETWir befinden uns Ende des 19. Jahrhunderts im East End von London, England. Dort ist die berühmte “H Division” mit der Aufklärung von Morden betraut. Leiter dieser Division ist Detective Inspector Edmund Reid (Matthew Macfadyen), der mit Detective Sergeant Bennet Drake (Jerome Flynn) und Captain Homer Jackson (Adam Rothenberg) zwei sehr fähige Kollegen hat. Die sind auch bitter notwendig, denn Gewalt gibt es im armen Viertel, das sie betreuen, ständig. Zu schaffen macht besonders Reid die Tatsache, dass sie den Mörder Jack the Ripper nicht dingfest machen konnten, nachdem er zahlreiche Frauen umgebracht hat. Als eine weitere Frauenleiche mit sehr ähnlichen Merkmalen auftaucht, befürchten schon viele, dass der Ripper wieder zugeschlagen hat, darunter auch der penetrante Sensations-Reporter Fred Best (David Dawson). Es liegt an Reid und seinem Team, sich des Falles anzunehmen sowie zahlreichen anderen, die sie sich im Laufe der Zeit auferlegen. Doch nebenbei hat auch jeder seine eigenen Geschichten und Erfahrungen zu bearbeiten.

Serien-Kritik – “Ripper Street – Staffel 1” jetzt auf DVD und Blu-ray

RIPPER STREETDie BBC kann es halt! Atmosphärisch dicht, mit tollen Schauspielern besetzt und mit ständiger Spannung versehen, macht “Ripper Street” genau das, was man von einer Serie erwartet, die sich um Jack the Ripper und das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts dreht. Blut, Schweiß und Dreck triefen aus jeder Folge, Gewalt, Mord und Unterdrückung sind an der Tagesordnung im armen East End. Das Leben ist ein hartes Brot in der acht Episoden laufenden ersten Staffel der Serie, die besonders durch ihre Grundstimmung und die spannend inszenierten Mordfälle fasziniert. Einen feinen Job machen die drei Hauptdarsteller Matthew Macfadyen (“Die drei Musketiere”, “Spooks – Im Visier des MI5”, “Die Säulen der Erde”), Jerome Flynn (Bronn in “Game of Thrones”, “Soldier Soldier”) und David Wilmot (“Anna Karenina”, “Die Tudors”) sowie die ebenfalls talentierten Nebendarsteller, allen voran die Schwedin MyAnna Buring (Staffel 4 von “Downton Abbey”, “The Descent 1+2”, “Breaking Dawn 1+2”). Hinsichtlich Kostümen und Ausstattungen hat man sich ebenfalls ordentlich Mühe gegeben, was die Authentizität der Serie unterstreicht. Fast jede Episode besteht aus einem einzigen, in sich abgeschlossenen Fall, der für sich schon zu fesseln weiß. Darüber hinaus durchzieht die Serie jedoch auch größere Geschichten, die sich auf die einzelnen Hauptcharaktere und ihre bisherigen Verwicklungen beziehen. Da die Figuren interessant ausgearbeitet sind, bleibt man als Zuschauer gerne am Ball und freut sich nach den ersten acht Episoden schon auf die weiteren. Diese weisen in den zwei weiteren Staffeln jeweils neue Rahmenhandlungen auf, die horizontal erzählt aufeinander aufbauen. Qualitativ gibt es keine Unterschiede – „Ripper Street“ bleibt auf konstant hohem Niveau.

Worum geht es in den beiden Folgestaffeln?

Obwohl Jack The Ripper inzwischen der Vergangenheit angehört und kein Unheil mehr stiftet, gehen in den dunklen Gassen Whitechapels immer noch grausame Dinge vor sich. Der moralische und menschliche Verfall ist an allen Ecken der Großstadt spürbar, Armut und Kriminalität bestimmen den Alltag. Immer noch kämpft Inspector Edmund Reid gegen seine kriminellen Gegner, die mitunter unschlagbar erscheinen. Allerdings hat er neue Mitstreiter zur Seite gestellt bekommen: Daniel Judge, der Bruder von Captain Jackson und Detective Constable Albert Flight. Gemeinsam begeben sie sich in den Kampf gegen Gier, Unmoral, Brutalität und Unrecht. Die Unterstützung hat Detective Reid bitter nötig, denn auch neue Feinde in den eigenen Reihen machen seinen Berufsalltag zunehmend schwerer. Mit Jedidiah Shine gehört ein neuer Kollege zum Präsidium, der nur auf das eigene Wohl aus ist und mit seiner Bestechlichkeit die Ermittlungen gefährdet…

Vier Jahre sind seit dem Ende der zweiten Staffel vergangen und die Wege der Ermittler haben sich getrennt. Während Reid weiterhin mit aller Kraft gegen die Verbrecher in Whitechapel vorgegangen ist, hat Drake die Stadt Richtung Manchester verlassen, um sich nach dem Tod seiner Frau neu zu erfinden. Er ist nun ein Polizist, ein Mann, der komplett auf der Seite des Gesetzes steht. Reid hat sich so weit in seine Arbeit vertieft und von allem anderen isoliert, dass Jackson befürchtet, er könnte seinen Verstand verlieren.
In der Zwischenzeit ist es Long Susan gelungen, das Imperium von Duggan zu übernehmen und in ein gut laufendes Unternehmen zu verwandeln, das sich legalen Geschäften widmet und sie sogar als Wohltäterin in der Öffentlichkeit erscheinen lässt. Ein fürchterlicher Eisenbahnunfall, bei dem zwei Züge kollidieren, verändert alles. Die Katastrophe
bringt Reid dazu, die Hintergründe aufzuklären. Während seiner Ermittlungen stoßen Drake und Jackson dazu. Das Team ist wieder vereint, doch für Reid wird sein Einsatz auch zu einer schmerzlichen Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit und mit den bisher unaufgeklärten Verbrechen von Long Susan und Ronald Capshaw.

Nachdem „Ripper Street“ zunächst keine dritte Staffel erhalten sollte, schaltete sich Amazon als weiterer Produzent ein und ermöglichte eine erneute Verbrecherjagd im düsteren Londoner Stadtviertel Whitechapel. Die Staffel 3 erhielt hervorragende Kritiken und verdichtete nochmals das Zusammenspiel der Hauptcharaktere sowie die Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der industriellen Revolution und dem Aufkommen moderner forensischer Methoden.

2013 war „Ripper Street“ in der Kategorie „Beste dramatische Serie“ für einen British Academy Television Award nominiert. Für die Qualität des Make-Ups und des Produktionsdesigns heimste das Format zudem jeweils einen Irish Film and Television Award ein.

Fazit

Feines Futter für Brit-Crime-Fans, die wegen der Atmosphäre, der feinen Darsteller und Charaktere und der spannend inszenierten Fälle gerne am Ball bleiben werden. (MATHIAS WAGNER & MIKE BLANKENBURG)

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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