Kritik: NATURE

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NATURE:

 Der egozentrische Millionär Steve Chandon (MAX
EVANS) macht sich mit jede Menge technisches Equipment auf in die
Wälder um die Existenz einer Kreatur zu beweisen, der er vor vielen
Jahren begegnet war. Der einzige Kontakt zur Außenwelt verläuft über
Mails, Chats und Livestreams. Je länger er im Wald bleibt und sich der
Natur anpasst, umso mehr setzen die Einsamkeit und die verbissene
Suche nach dem Bigfoot ihm und seiner Psyche zu. Je mehr seine
Zuschauer an dem zweifeln, was er tut, und ihn einen Lügner und
Betrüger schimpfen, umso aggressiver wird er und verfällt immer mehr
dem Alkohol.
MAX EVANS in der Hauptrolle liefert dabei eine bemerkenswerte,
natürlich gespielte Performance ab. Sich für diesen charismatischen
und auch unkonventionellen Darsteller zu entscheiden, war sehr
geschickt – denn NATURE lebt, steht und fällt mit seinem
Hauptprotagonisten und EVANS liefert eine beachtliche One Man-Show ab,
in der er die Szenerie beherrscht und die Kreatur zur Nebenfigur
verkommt. Vor allem die ersten Folgen wirken, trotz kurzer Augenblicke
mit dem Bigfoot, eher beruhigend als nervenaufreibend. Doch je länger
die erste Staffel von NATURE andauert, umso stärker überträgt sich
Chandons angeschlagener Gemütszustand auf die Inszenierung und letzten
Endes auf den Zuschauer. NATURE entwickelt sich von Episode zu Episode
immer intensiver – auch wenn sich trotz der moderaten Laufzeit hier
und da Längen einschleichen. Untypisch für ein Format, das sich der
gängigen Found Footage-Elemente bedient (diese aber nicht über Gebühr
strapaziert), ist der Einsatz eines sehr kraftvollen Scores, der für
die nötige Dynamik und Atmosphäre sorgt, während die Serie auf einen
überraschenden finalen Doppel-Twist hinausläuft. Fazit: Empfehlenswert
– die Ruhe der Natur beherrscht das Format, ist dabei aber so
fesselnd, dass man die acht Folgen an einem Stück abarbeiten kann.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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