Kritik: MOOR-MONSTER

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Im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn liegt in der Region Landshut inmitten der unterbayerischen Hügellandschaft die kleine beschauliche Marktgemeinde Arnstorf. Hier treiben die Brandls ihr Unwesen: Günther (34), Helmut (32) und Monika (30) bilden das kreative und darstellerische Trio hinter BRANDL PICTURES, einer Filmcrew, die Independent-No-Budget-Filme dreht. Seit 1998 hat das Geschwister-Trio weit über 50 mehr oder weniger professionelle Filme produziert. Anfangs waren es die typischen Amateurfilme, die noch auf analogem VHS-C gedreht wurden – mit dem Videorecorder geschnitten und mit Musik vom Kassettenrekorder unterlegt. Im Laufe der Zeit und des technischen Fortschritts haben sich die drei leidenschaftlichen Filmemacher weiterentwickelt, „…aber viel langsamer als andere, weil wir nie den Vorsatz hatten, möglichst perfekte Filme zu machen, sondern bei uns stand und steht der Spaß im Vordergrund“, wie HELMUT BRANDL verriet. „Deshalb haben wir auch nach den beiden letzten Filmen, die schon etwas professioneller waren, bewusst wieder einen Schritt zurück gemacht. Bei uns bleibt Filmemachen ein Hobby. Was natürlich nicht heißt, dass wir nicht versuchen, die Filme einem möglichst großem Publikum nahe zu bringen!“

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Nach dem Western UND SIE KEHRTEN NIEMALS WIEDER und dem Fantasy-Film OMNIA ist es nun das MOOR-MONSTER, das in den heimischen Gefilden der Brandls die Wald- und Wiesen-Landschaft unsicher macht. Die Idee zum Film entstand rein zufällig, als Drehbuchautor GÜNTHER BRANDL das MOOR-MONSTER-Kostüm in einem Halloween-Shop entdeckt hatte: „Damit müssen wir einen Film drehen!“ und die Idee wurde in die Tat umgesetzt. Rechtzeitig zum WOH 2014 startete der Film auf DVD und feierte am 29.11.2014 im Kult-Kino Landau seine Premiere auf der großen Leinwand.

Oberschurke Mr. Corman schickt seine beiden Schergen Fred und Olen Ray los, in den Sümpfen radioaktives Material zu entsorgen. Dadurch wird das grauenerregende Moor-Monster geweckt, das fortan die Wälder unsicher macht. Betty-Sue, die vollbusige Schwester der Rednecks Billi-Bob und Bob-Billi Naschy, kann im letzten Moment den Krallen des Ungeheuers entkommen. Mr. Cormans Machenschaften rufen den Zeitungsinformanten Duckthroat auf den Plan, der einer unerschrockenen Reporterin das gefährliche Halbwissen anvertraut. Mit Hilfe der genialen Wissenschaftlerin Dr. D’Amato und ihres Kollegen, dem Schimpansen Dr. Cornelius, kommen sie dem Umweltskandal auf die Schliche, an dem auch Bankdirektor Fulci beteiligt zu sein scheint. Bevor die komplette Football-Mannschaft von Coach Carpenter vom MOOR-MONSTER im Autokino-Massaker dahin gemetzelt wird, tritt Sheriff Cogan auf den Plan. Doch es bedarf mehr als nur eines großen Bluff, um die Kreatur aufzuhalten…

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Die Handlung von MOOR-MONSTER ist so skurril und absurd, dass sie sich kaum in Worte fassen lässt. Einerseits Hommage an die trashigen B-Movies der 50er Jahre und Verneigung vor ED WOOD, anderseits eine abgedrehte Genre-Parodie im Stil von SCARY MOVIE, bei der alles und jeder durch den Kakao gezogen wird. Vom Klassiker wie DER PLANET DER AFFEN über Romantik-Schnulzen wie GHOST – NACHRICHT VON SAM oder Action-Blockbuster wie STIRB LANGSAM oder JOHN RAMBO, bis hin zu Horrorschockern wie THE HUMAN CENTIPEDE oder TV-Formate wie CSI: MIAMI oder DAS A-TEAM – hier wird alles zitiert und persifliert, was bis drei nicht in den Giftschränken der Studiobosse verschwunden ist. GÜNTHER, offensichtlich der Scherzkeks des BRANDL-Clans, zündet hier mit so viel Ideen- und Einfallsreichtum ein schräg-spaßiges Feuerwerk an absurden, kuriosen und irrwitzigen Szenen, dass in den knapp zwei Stunden Laufzeit keinerlei Längen eintreten. Popkultur, Social Media-Verhalten und Pseudo-Doku Soaps wie VERDACHTSFÄLLE oder MITTEN IM LEBEN werden ebenso verarscht wie die gängigen Slasher- und Blondinen-Klischees. MOOR-MONSTER ist keine plumpe Nummernrevue von schalen Gags und dummen Zoten, sondern eine sehr unterhaltsame und irrwitzige Reise durch die Film- und Fernsehgeschichte.

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Heiteres Zitateraten für Film-Liebhaber und Trash-Enthusiasten. Ob Found Footage, Grindhouse, der PREDATOR, ELVIS PRESLEY, die Watergate-Affäre oder JONATHAN FRAKES und X-FACTOR – hier kriegt wirklich alles und jeder sein Fett ab. Das überzeichnete und unterirdische „Schauspiel“ der Laiendarsteller, die überwiegend aus dem Freundes- und Bekanntenkreis rekrutiert wurden, sorgen für jede Menge Lacher – fernab von unfreiwilliger Komik. MOOR-MONSTER nimmt sich selbst zu keiner Minute ernst und funktioniert als kurioses Trash-Spektakel und Genreparodie auf ganzer Linie, die mit sämtlichen Klischees des Genres spielt und auf den Zuschauer den Spaß überträgt, den alle Beteiligten bei den Dreharbeiten hatten.

Hier noch die Berichterstattung zu diesem Film im neuen kultigen Print-Magazin DEAD ENDS, erhältlich über www.dead-ends.de!

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About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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