Kritik: MARK OF THE DEVIL – HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT

MARK OF THE DEVIL stellt im direkten Vergleich zu den Filmen DER HEXENJÄGER mit VINCENT PRICE und JESS FRANCOS DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR mit CHRISTOPHER LEE den Höhepunkt der Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre produzierten Hexenverfolgungsfilme dar. Mit HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT entstand drei Jahre später eine indirekte, qualitativ minderwertigere Fortsetzung, bevor dieses kurzlebige Subgenre durch die sogenannten Nunsploitationfilme abgelöst wurde.

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Die von mir bewertete DVD-Veröffentlichung von XT-Video erfreut im Bereich des Bonusmaterials den Zuschauer mit einem weniger aufschlussreichen, als vielmehr amüsanten Interview mit UDO KIER. Einer der Hauptdarsteller aus dem Film, der sich mit seinem Gesprächspartner in einem Kölner Lokal traf und aufgrund des Lärmpegels an das Tischchen der Toilettenfrau verbannt wurde. In Windeseile ein Plakat des Films an die kahle Wand gepinnt und Herrn KIER mit Kaffee und etlichen Zigaretten ruhig gestellt, wird der Zuschauer vielmehr Zeuge, wie dem Schauspieler mit der Zeit immer mehr die Lust am eintönigen Frage- und Antwortspiel vergeht.

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Diese kleine Anekdote einmal am Rande, nun komme ich zum Film:

Eigentlicher Regisseur des Films war der junge MICHAEL ARMSTRONG, der von dem Thema ganz eigene Vorstellungen hatte und seine Ideen dem eigentlichen Zweck des Films – nämlich Geld einzuspielen – im Wege stand. Also wurde REEVES nach einigen Szenen durch den Produzenten ADRIAN HOVEN ersetzt, der für den Ruf des Filmes sorgte, der ihm heute vorauseilt. HOVEN inszenierte auch die bereits erwähnte Fortsetzung und spielte in beiden Filmen einen kleinere Rolle.

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MARK OF THE DEVIL ist bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt. HERBERT LOM – einer der Bösewichte aus der Karl-May-Verfilmung DER SCHATZ IM SILBERSEE – wirkt zwar bedrohlich, aber noch lange nicht so dämonisch wie CHRISTOPHER LEE ein Jahr zuvor in DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR.
UDO KIER als rechte Hand des skrupellosen Hexenjägers agiert hier in seiner dritten Rolle und verleiht mit seinem hübschen, sanften Antlitz seiner Rolle den nötigen erotisch-romantischen Anstrich und steht somit im krassen Gegensatz zu seinem Lehrmeister, dem das Böse und die Skrupellosigkeit ins Gesicht geschrieben stehen.
REGGIE NALDER mit seiner vernarbten Visage als Hexenjäger Albino, JOHANNES BUZALSKI als schmieriger Advocatus und HERBERT FUX als Folterknecht, dem man den Spaß an seiner Tätigkeit in jeder Minute ansieht, gehen in ihren Rollen großartig auf und verleihen ihnen Format.

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Die auf Wunsch der Produzenten inszenierten Foltereinlagen sind für damalige Verhältnisse sehr blutig umgesetzt worden und haben teilweise voyeuristischen Charakter, sind aber für einen Film, der versucht, eines der düstersten Kapitel in der Geschichte der Menschheit zu beschreiben, notwendig, um dem Zuschauer den Irrsinn und den Irrglauben, der den Hexenverfolgungen zugrunde lag, spürbar nahe zu bringen.
Angeblich auf belegbaren, historischen Tatsachen basierend, überzeugt MARK OF THE DEVIL nicht nur durch ein großartiges Ensemble, sondern auch vor allem auch im Bemühen um Authentizität, was sich in der opulenten Ausstattung, den Kulissen und Kostümen, aber auch in den Dialogen widerspiegelt.

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Schmusebarde MICHAEL HOLM komponierte zudem für den Film einen Soundtrack mit vielen Facetten, der nicht nur die Romantik des Films, sondern auch die ernsten Töne angemessen unterstreicht.
Einzig und allein das abrupte Ende wirft einige Fragen auf, ansonsten bietet der Film sehr gute Unterhaltung auf hohem Niveau und ohne lästige Längen.

7/10

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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