Kritik: LUCY

LUCY ist seit 12.01.2015 über UNIVERSAL PICTURES auf DVD, BR, limitiertes BR-Steelbook und VoD erhältlich

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Die junge Lucy (SCARLETT JOHANSSON, UNDER THE SKIN)) studiert in Taiwan. Nach einer durchfeierten Nacht überredet sie ihr Freund Richard, einen Koffer mit ihr unbekanntem Inhalt an den koreanischen Gangsterboss Mr. Jang (CHO MINH-SIK, I SAW THE DEVIL) zu übergeben. Der Koffer enthält eine neuartige Droge, synthetisches CPH4. Kurze Zeit später wacht sie an einem anderen Ort auf und bemerkt eine beunruhigende Veränderung an ihrem Körper: sie hat eine frisch genähte Schnittwunde am Bauch. Bald erfährt sie, dass ihr ein Paket mit der geheimnisvollen Droge eingepflanzt wurde – das sie nun für die Gangster transportieren soll. Doch der Kurierdienst schlägt fehl und als Lucy sich Ihren Kidnappern widersetzt, gerät die gesamte Drogendosis in ihren Blutkreislauf. Das hat zur Folge, dass Lucy sich in eine erbarmungslose Kampfmaschine mit ungeahnten Kräften verwandelt: sie ist Schmerzen gegenüber unempfindlich und mit einem Arsenal an tödlichen, teils übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet. Lucy beschließt, ihre neuen Fähigkeiten in vollem Umfang einzusetzen, um ihre Widersacher zu besiegen. Zu diesem Zweck wendet sie sich an den renommierten Wissenschaftler Professor Norman (MORGAN FREEMAN, WANTED), der sie bei diesem Vorhaben unterstützen soll.

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Nach mehreren Jahren Leinwand-Abstinenz als Filmemacher, nahm Kino-Magier LUC BESSON (LEON, DER PROFI) für LUCY wieder auf dem Regiestuhl Platz. Die Handlung, ebenfalls von BESSON zu Papier gebracht, stützt sich dabei auf den sogenannten „10 Prozent-Mythos“, dessen Kernaussage es ist, dass der Mensch nur einen kleinen Prozentsatz, eben jene zehn Prozent, seiner Gehirnkapazität nutzt und die restlichen 90 Prozent aber „brach liegen“.
Zusammengefasst ergibt das für LUCY einen 100-Prozentsatz an Action und einen bildgewaltigen Overkill für die Sinne, bei dem BESSON einmal mehr seiner Phantasie freien Lauf lässt. Dabei ist LUCY trotz einiger Action-Elemente vielmehr ein futuristischer Science-Fiction-Film mit Anleihen bei den Superheldenverfilmungen und präsentiert dem Zuschauer eine Killerin, die sogar mit Hilfe telepathischer und telekinetischer Fähigkeiten ihre Gegner außer Gefecht setzt.

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Wer also hier einen reinrassigen Actioner mit aufwändigen Verfolgungsjagden, bleihaltigen Schießereien und brachialen Fights erwartet, wird über weite Strecken ernüchtert und enttäuscht sein. LUC BESSON war noch nie ein Filmemacher, für den Sinn und Logik das Hauptaugenmerk seiner Streifen waren – doch mit LUCY setzt er jegliche Definition von Sinn und Unsinn außer Kraft und entfacht ein knallbuntes, übersinnliches Effektspektakel.
Inszenatorisch ist LUCY über jeden Zweifel erhaben, doch muss der Zuschauer schon ein Faible für Superhelden und übertriebene Phantastereien haben. BESSONS LUCY ist bildgewaltig und für eine FSK:12-Freigabe teilweise blutig ausgefallen – doch wer es lieber bodenständig mag, sollte um diesen Film einen weiten Bogen machen. LUCY ist praktisch das Update zu CRANK und überzeugt mit einer hübschen Hauptdarstellerin, die sich in den Actionszenen allerdings kaum entfalten kann – hier wird auf paranormalen Mumpitz als auf spektakuläre Nahkämpfe gesetzt, was auf Dauer ermüdend wirkt. MORGAN FREEMAN verkommt dabei in einer geschwätzigen Nebenrolle als Stichwortgeber, der den „10 Prozent-Mythos“ erläutert, während der mit I SAW THE DEVIL international bekannt gewordene CHOI MINH-SIK wieder als boshafter und widerlicher Gegenspieler zu überzeugen vermag.

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Mit LUCY liefert LUC BESSON Style Over Substance in höchster Perfektion ab, das die Zuschauer in zwei Lager spaltet: Die einen werden sich an dem Bilderrausch ergötzen, während sich die anderen schlicht und einfach langweilen.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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