Kritik: LET US PREY – „Ein teuflisch guter Brocken von Film!“ (DEAD ENDS)

Eine schwarz gekleidete Gestalt entsteigt den tobenden Fluten des Meeres. Auf einem Felsvorsprung zündet sich der Mann (LIAM CUNNINGHAM, DOG SOLDIERS, THE TOURNAMENT, GAME OF THRONES) mit einem Streichholz eine Zigarette an, während die Flamme wie ein Vorbote auf das Fegefeuer wirkt, das in Kürze eine Stadt heimsuchen wird, zu der sich der geheimnisvolle Fremde auf den Weg macht. Verlassene Straßen, menschenleere Cafes, Totenstille…

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Gleichzeitig macht sich die junge Polizistin Rachel (Model und Schauspielerin POLLYANNA McINTOSH, BATS 2 – BLUTIGE ERNTE, THE WOMAN) auf dem Weg zu ihrer ersten Nachtschicht in dem Revier eben jenes ausgestorbenen Kaffs. In den gespenstisch leeren Gassen wird sie Zeuge eines Autounfalls: Der mysteriöse Mann aus dem Meer wird frontal erfasst – und verschwindet spurlos. Auf der Wache angekommen, muss sich Rachel gegenüber den Sticheleien
ihrer misstrauischen und zwielichtigen Kollegen erwehren, als plötzlich das Unfallopfer auftaucht. Die Herkunft des charismatischen und schweigsamen Mannes ist völlig rätselhaft – kein Name, kein Ausweis, kein Handy. Nur ein kleines Buch voller Namen, Zeichen und Symbole. Und scheinbar übt der Fremde einen dunklen Einfluss auf die
inhaftierten Sträflinge und auch auf die Beamten aus. Die Überprüfung der Fingerabdrücke gibt noch mehr Rätsel auf, denn augenscheinlich ist Alexander Monroe 79-jährig bereits 1983 bei einem Brand ums Leben gekommen. Diesen Mann umweht nicht nur eine unheimliche Aura, sondern er scheint tief in die dunklen Seelen und finsteren Abgründe aller schauen zu können. Er kennt ihre blutigen Geheimnisse und schon bald bricht die Hölle auf Erden auf. Ein jeder zeigt in dieser Nacht sein wahres Gesicht und wird zu einer blutrünstigen Bestie – für Rachel und die anderen beginnt der nackte Kampf ums Überleben…

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Nach HERE COMES THE DEVIL, DADDY´S LITTLE GIRL und SILENT NIGHT festigt PIERROT LE FOU endgültig seinen Ruf als cinéphiles Genre-Label, spezialisiert auf kompromisslose Uncut-Editionen mit einem Hauch von 70ies-Bahnhofskino. BRIAN O´ MALLEYS Regie-Debut LET US PREY steht den vorherigen Veröffentlichungen in punkto Härte und Schockwirkung in nichts nach und wirft dem Zuschauer einen infernalischen Brocken vor die Füße, aus dem LIAM CUNNINGHAM diabolisch gut spielend hervorgeht. Von Anfang an liegt eine beklemmende, unheilvolle Atmosphäre in der Luft, die von einem hervorragenden, an JOHN CARPENTER erinnernden Score getragen wird. Eine finstere, kraftvolle Komposition, die perfekt mit der düsteren Grundstimmung und dem teuflischen Auftritt CUNNINGHAMS
harmoniert.

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Doch wer glaubt, anhand unserer Schilderung vorhersehen zu können, wie sich die Geschichte entwickelt und mit welchen Wendungen sie den Zuschauer mehr als einmal überrascht, irrt sich gewaltig. LET US PREY erzählt zwar eine einfache Geschichte, die allerdings mit unzähligen Twists aufwartet und sich zum Finale hin zu einem blutigen
Massaker entwickelt, das dem Gorehound einige sehr explizite Splatterszenen beschert. Die Effekte sind handgemacht und solide umgesetzt. Die darstellerischen Leistungen aller Beteiligten sind überdurchschnittlich, Kamera und Schnitt sind routiniert, das Drehbuch einfallsreich und handwerklich hervorragend in Szene gesetzt.
BRIAN O´ MALLEY hat mit einem Minimum an Budget ein Maximum aus der Geschichte geholt und liefert einen knallharten, nervenaufreibenden Horrorschocker ab, bei dem keine Gefangenen gemacht werden. Ohne
Kompromisse – düster, dreckig, abgründig!

Warenalbum 015

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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