Kritik: LA PETITE MORT 2 – NASTY TAPES

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Wir berichteten bereits ausführlich über die Weltpremiere in Mannheim, auf diversen Festivals wurde der Film ebenfalls euphorisch und mit Begeisterung der Splatterfans aufgenommen und auch auf dem WEEKEND OF HORRORS haben Freundes des Independent-Films am 16.11. die Möglichkeit, in Anwesenheit von Regisseur MARCEL WALZ sowie der Darsteller MI KA METZ und ANNIKA STRAUSS, diesen gorigen Schocker noch einmal auf einer größeren Leinwand zu genießen.

Genug der Worte – hier nun noch einmal die Kritik zu LA PETITE MORT 2 – NASTY TAPES:

Vor fünf Jahren drehte der Independent-Filmer MARCEL WALZ auf der Höhe
der sogenannten Torture Porn-Movies mit LA PETITE MORT die deutsche
Antwort auf extremen Folter-Horror, und landete nach Filmen wie CAMP
CORPSES, KADAVER oder TORTURA einen Überraschungshit, der in
Fankreisen euphorisch gefeiert wurde und nach einer Fortsetzung
verlangte.
Trotz des unübersehbaren Independent-Charakters ließ sich bereits bei
„LPM“ erkennen, dass der junge WALZ das Potential hat, sich vom
herkömmlichen Amateur-Bereich abzusetzen. Es folgten u.a. Filme mit so
bezeichnenden Titeln wie AVANDGARDE, SCHLARAFFENHAUS oder PLASTIC. Ob
Slasher wie KLISCHEE oder die beiden „RAW“-Teile, die im typischen
Found Footage-Stil inszeniert sind – WALZ, der selber Horrorfilme
liebt, zeichnet sich durch einen experimentellen Stil aus und weiß in
den unterschiedlichsten Subgenres zu überzeugen. Von UWE BOLL
protegiert, lieferte er mit THE NEW BREED die Fortsetzung zu dessen
Schocker SEED ab.
Seine Entwicklung vom einfachen Amateurfilmer hin zum talentierten
Independent-Regisseur ist nicht abzustreiten – handwerklich und
inszenatorisch zählt er, neben OLAF ITTENBACH, zu den
professionellsten Sternen am deutschen Indie-Himmel.

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WALZ, der sich gerne mit Stars, Sternchen und sonstiger C-Prominenz
wie GINA-LISA LOHFINK oder HINTER GITTERN-Aktrice und
Dschungelcamp-Heroin KATY KARRENBAUER umgibt, die er beide auch für
seinen Film PLASTIC verpflichtete, hat seit SEED 2 bekannte Namen wie
RYAN NICHOLSON (GUTTERBALLS), UWE BOLL(RAMPAGE), MANOUSH (SEED
2) oder It-Girl und Vollzeit-Exhibitionistin MICAELA SCHÄFER um sich
gescharrt. Mit Ausnahme von MANOUSH, die bereits im ersten Teil von
„LPM“ als Mamam Fabienne mit von der Partie war, sind sie alle, mehr
oder weniger, in der Fortsetzung vor oder hinter der Kamera aktiv.
Der Cast von LPM 2 mit einigen ansehnlichen „Darstellerinnen“ und
Cameos von bekannten Genre-Größen, wird durch den Auftritt von
Penthouse-Pet NICOLE NEUKIRCH perfekt gemacht, die die Schäfer mit
ihrer Körbchengröße gekonnt an die Wand des schmierigen S/M-Settings
von NASTY TAPES „spielt“.

Das finstere Etablissement „La Petite Mort“ hat den Besitzer
gewechselt – mit dem extravaganten Päarchen Jade (MICAELA SCHÄFER) und
Matheo Maxim (MIKA METZ) hat es sich zu einem Club entwickelt, der
sich auf die bizarren und perversen Wünsche und Fetische seiner
exklusiven und zahlungskräftigen Kundschaft spezialisiert hat – jede
noch so ausgefallene Idee wird von den beiden Sadobeauties Monique und
Dominique (YVONNE WÖLKE und ANNIKA STRAUSS), stilsicher in Lack und
Leder gekleidet, in die blutige Tat umgesetzt: da werden Fingernägel
heraus gerissen oder gleich die Finger oder das Handgelenk
abgeschnitten, Nasen und Ohren folgen ebenfalls, mit dem Absatz eines
Schuhs wird der Schädel zertrümmert und ein Auge heraus geschält, es
wird mit spitzen Nadeln penetriert oder mit Starkstrom gefoltert bis
der Körper qualmt und brutzelt, sowie Hautlappen akkurat heraus
geschnitten und schmerzhafte Korrekturen an der männliche Anatomie
vorgenommen…

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Der Einfallsreichtum von Walz kennt keine Grenzen und man merkt „LPM
2“ an, wie sehr sich sein Regisseur dem Horrorgenre zugehörig fühlt.
Die großen Vorbilder wie SAW und HOSTEL sind unverkennbar – doch wo der Mainstream abblendet, gehen Independent-Produktionen konsequent
den Schritt zu Ende…nichts wird der Phantasie des Zuschauers
überlassen, wenn es darum geht, die tiefsten menschlichen Abgründe auf
Zelluloid zu bannen. Selbst der kontroverse „Serbe“ wird kurz zitiert
und die blutige Schlachtplatte serviert zum Nachtisch „Finger Food“.
Für deutsche Verhältnisse treibt MARCEL WALZ die inszenatorischen
Möglichkeiten des Torture Porn auf die Spitze – angereichert mit
kannibalischen Häppchen und dem Drang, zu experimentieren.

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Bot Teil 1 noch eine nachvollziehbare Rahmenhandlung und eine
halbwegs liniare Storyline, so setzt WALZ bei seiner Fortsetzung auf
eine clipartige Nummernrevue von Folterexzessen – ganz im Rahmen eines
Promotion-Videos für das titelbildende Torture-Etablissement gedreht.
Die teilweise sterile, auf den vordergründigen Effekt abzielende
Inszenierung, steigert sich im Finale zu einer kruden, aber äußerst
gelungenen, in schwarz-weiß gedrehten Hommage an den Stummfilm – ein
experimentelles Highlight des Films – kontrovers und geschmacklos,
aber exakt das, was man von einem „Machwerk“ dieser Klasse erwartet
und stilistisch die ausgefallenste und ausgereifteste Episode des
gesamten Films darstellt.

Knapp 85 Minuten lang stellt WALZ sein Talent unter Beweis und
liefert einen bluttriefenden Terror- und Folterfilm ab, der exakt die
Härten bietet, die sein SEED 2 teilweise vermissen ließ. Die Special- und Make-Up-Effects von RYAN und MEGAN NICHOLSON können sich sehen lassen, der Schnitt von KAI E. BOGATZKI orientiert sich in seiner
Stakkato-Offensive an US-Vorbildern – ohne jedoch schwindelerregende
Ausmaße zu erreichen. Drehbuch und Regie von MARCEL WALZ sind ideen- und einfallsreich, wenn auch die provokanten Phrasen leichten Hang zur unfreiwilligen Komik haben. Aus der Schar der unzähligen
(Selbst-)darsteller sticht lediglich MIKA METZ mit seiner soliden und
außergewöhnlichen Performance eines gespalteten Charakters heraus,
während der Rest zwar gut aussieht, aber weder besser, noch schlechter
als die Darsteller aus „Verdachtsfälle“ spielt. Einzig ANNIKA STRAUSS
spielt akzentuiert und mit glaubhaftem Minenspiel – für eine
Independent-Produktion sind die Leistungen der Darsteller jedoch
durchaus akzeptabel und unterstreichen die B-Movie-Atmosphäre. Vor
allem NEUKIRCH, SCHÄFER & Co setzen optische Akzente und die namhaften
Special Guests wissen ebenfalls zu gefallen. Keiner würde hier
anspruchsvolle Charakterdarstellungen erwarten – von daher ist es in
Ordnung so, wie es ist. Umso überraschender die bereits vielfach von
mir gelobte Vorstellung von MIKA METZ, der hier mit Leichtigkeit alles
und jeden an die Wand spielt. Ansonsten liefert KLAUS PFREUNDER wieder
einen hämmernden und eindringlichen Score ab, der allerdings auf Dauer
etwas zu aufdringlich wirkt – aber die zackig geschnittene
Opening-Sequence adäquat unterstreicht.

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Insgesamt ist „LPM 2 – NASTY TAPES ein unterhaltsamer Film und
handwerklich routinierter Exploiter, der Titten, Trash & Terror
hervorragend kombiniert. Angesichts der Thematik und einiger
kontroverser Szenen, dürfte der Film aber weniger etwas für
mainstream-eingestellte Kinobesucher sein – allen anderen, die einem
Grundkurs in Anatomie und Foltern für den Hausgebrauch nicht abgeneigt
sind, ist der Film sehr zu empfehlen! Penthouse-Beauty NICOLE bringt
es kurz und knapp auf den Punkt: „Ein Horrorschocker für jeden
Splatter-Fan – cool und mit derben Humor!“

In diesem Sinne: Viel Spaß im Maison
de la Peitite Mort – der 7/10-Sterne DeLuxe-Einrichtung für den Sadist
von Welt!

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About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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