Kritik: KARTOFFELSALAT

KARTOFFELSALAT – eine geschmackvolle Komödie oder doch eher eine ranzige Peinlichkeit? Eine vorherige Sichtung war uns nicht möglich, da der fertige Film Mitgliedern der Presse vorab nicht gezeigt wurde. Das
wundert nicht, denn KARTOFFELSALAT ist nichts weiter als eine filmische Lebensmittelvergiftung, deren Ausbreitung unter 400000 Kinozuschauern hätte verhindert werden können, wenn die Möglichkeit bestanden hätte im Vorfeld davor zu warnen und eine Ausgangssperre für Kinder und Jugendliche zu verhängen. So wurde dieser Zielgruppe und ahnungslosen Eltern, die ihre Kinder ins Kino begleiteten, nicht nur auf fadenscheinige Art das Taschengeld aus den Rippen geleiert, sondern auch der Verstand geraubt. Denn wenn es in Deutschland,
abgesehen von der hiesigen Politik, jemals kollektive Volksverdummung gegeben hat, dann in den Kinovorstellungen zu diesem Frontalangriff auf die Geschmackssinne des Zuschauers. Die andauernde You
Tube-Gehirnwäsche durch einen Trailer zeigte Wirkung und lockte massenweise Hosenscheißer und frühpubertierende Akneträger in die Kinos und führte dazu, dass die Macher sogar noch Gewinn aus diesem
Schwachsinn erwirtschaften konnten. SAAATTTAAANNN!!! Doch die Zuschauer, die gar nicht so dumm sind wie es sich die Produzenten erhofft hatten, straften das Machwerk mit Hilfe ihrer Rankings in der Internet Movie Database zum bislang schlechtesten Film aller Zeiten ab. Eine Auszeichnung, die KARTOFFELSALAT durchaus verdient hat.

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Warum sich TITTEN, TRASH & TERROR überhaupt des Filmes angenommen hatte, ist gar nicht so abwegig. Immerhin zeichnet sich für das zu Hirnblähungen führende Machwerk MICHAEL DAVID PATE verantwortlich, dessen Debut GEFÄLLT MIR ich hier bereits vorgestellt hatte und ich seinen weiteren Werdegang verfolgen wollten. Das spare ich mir für die Zukunft, denn mit KARTOFFELSALAT hat der junge, durchaus sympatische Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, dass 90 Minuten vollkommen ausreichen, um sich als ernst gemeinter Regisseur für lange Zeit zu disqualifizieren. Unzählige mehr oder weniger bekannte Serien- und Filmstars wie WOLFGANG BAHRO, CHARLES RETTINGHAUS, RONALD NITSCHKE, TOBIAS SCHENKE, KATY KARRENBAUER, NORBERT HEISTERKAMP und MARTIN SCHNEIDER sowie diverse You Tube-„Stars“ wie FRESHTORGE, DAGI BEE oder Y-TITTY machen sich hier für nichts und wieder nichts zum Affen und liefern eine peinliche Nummernrevue infantiler Gags ab. Auch OTTO
WAALKES ließ es sich nicht nehmen, in alte Verhaltensmuster zu verfallen und entgegen seiner Klasse sich dümmsten Zoten und Kalauern hinzugeben.

Die unzähligen Gags, die sich mehr schlecht als recht durch die Filmgeschichte, vor allem aber durch Teenager-und Horrorkomödien parodieren wollten, waren nicht nur flach, sondern auch vorhersehbar. Ein Todesurteil für jeden Witz, wenn man die Pointe bereits im Vorfeld erahnen kann und sich nicht einmal die kleinsten Zuschauer ein müdes Lächeln abringen können. Bricht der Kinosaal bei jedem Furz und Rülpser in schallendes Gelächter aus, war die Vorstellung von KARTOFFELSALAT durchgehend von einer unheimlichen Todesstille gekennzeichnet. Dabei bedient der Film eine ganz einfache Zielgruppe – und die hört mit der empfohlenen Altersfreigabe von 12 Jahren auf. Und selbst die waren von den müden Gags weniger angetan und überbrückten die 90 Minuten mit dem Auffrischen ihres Make-Ups als sich den Gags auf der Leinwand zu widmen. Der Humor von KARTOFFELSALAT stammt nämlich aus einer Zeit, als die Opas der heutigen Zuschauer sich noch bei Filmen wie GAUDI IN DER LEDERHOSE im
Bahnhofskino genüsslich einen von der Palme wedelten. Und so bedient TOBIAS SCHENKE als tuckige Polizeischwuchtel nicht nur erbärmlichste Schwulenklischees, sondern erreicht damit mit Leichtigkeit den
Tiefpunkt seiner Karriere, der an WERNER RÖGLIN aus den unzähligen Lederhosen-Komödien erinnert.

Dass MICHAEL DAVID PATE ein offensichtliches Humor-Defizit hat, bewies er bereits bei GEFÄLLT MIR. Bevor er es jedoch wagen sollte, sich ein weiteres Mal an einem Komödienstoff zu vergehen, empfehlen wir ihm ein
Praktikum bei BRANDL PICTURES um überhaupt die Grundlagen zu erlernen, wie man eine Komödie inszeniert. Denn wir leben mittlerweile in einem Zeitalter, in dem sogar 12-jährige „alt“ und „erwachsen“ genug sind, um von so etwas wie KARTOFFELSALAT peinlich berührt zu sein.

Man kann gar nicht so viel Kartoffelsalat essen, wie man nach dem Film kotzen möchte.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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