Kritik: INTRUDERS

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In acht Episoden hat der Sender BBC eine Mystery-Thriller-Geschichte erzählt, aus der man irgendwie mehr hätte machen können. Oder vielleicht weniger, denn die insgesamt 336 Minuten Laufzeit wirken viel zu oft zu sehr gestreckt. Ob hier nicht eine ganz einfache Erzählung in Spielfilmlänge besser gewesen wäre? So muss man sich jedenfalls ein wenig durchkämpfen, um die im Grunde nicht uninteressante Story schätzen zu können. Die acht Folgen um Seelenwanderei und eine mysteriöse Organisation, die hierzu die Fäden in der Hand hält, sind seit Dezember 2015 auf DVD und BR im Handel erhältlich.

Eindringlinge in mehrfacher Form in BBC-Serie “Intruders”

INTRUDERSDer Titel “Intruders” ist in der achtteiligen BBC-Serie absolut Programm. Denn Eindringlinge gibt es hier direkt in mehrfacher Form. Die wichtigsten sind dabei wohl Richard Shepherd (James Frain, “Gotham”, “True Detective”), der für eine mysteriöse Organisation arbeitet und in die Häuser scheinbar wildfremder Menschen und in deren Leben eindringt. Und sogar Seelen dringen in der Serie ein – in die Körper anderer Menschen. Seelenwanderei ist ein großes Thema in den 336 Minuten Spielzeit und geschieht hier im Zusammenspiel mit der genannten mysteriösen Organisation, die sich natürlich recht undurchsichtig gibt. Klar, soll ja auch alles schön gruselig sein. Und tatsächlich gibt es im Laufe der Folgen auch zahlreiche Dinge, die Unbehagen auslösen können, die eine düstere Atmosphäre haben und einem das Kissen vor’s Gesicht INTRUDERShalten lassen. Wenn sich ein kleines Mädchen als erwachsener Marcus entpuppt, wenn der fragwürdige Shepherd (bezeichnenderweise der englische Begriff für “Hirte”) mehr über die von ihm besuchten und gesuchten Personen weiß, als ihnen lieb ist. Und wenn die Frau (Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino, “Geliebte Aphrodite”) eines Ex-Polizisten (John Simm, “The Village”, “Doctor Who”) scheinbar ganz plötzlich verschwindet. Wie das alles zusammen hängt, darüber geben die acht Folgen Aufschluss, doch muss man hierfür einiges an Geduld mitbringen. Zu häufig plätschert die Geschichte nämlich nur dahin. Und man wird das Gefühl nicht los, als habe man hier einige Möglichkeiten verschenkt. Oder den Stoff für einen Spielfilm unnötig in die Länge gezogen, um eine kurze Serie daraus zu gestalten. Unter der Regie des 4Hamburgers Daniel Stamm (“Der letzte Exorzismus”, “13 Sins”) und des Kubaners Eduardo Sánchez (“From Dusk Till Dawn”-Serie, “Exists: Die Bigfoot-Legende lebt”, “Blair Witch Project”) und mit “Akte X”-Autor Glen Morgan als Schöpfer ist etwas entstanden, das seinen Reiz hat, mit diesem Reiz aber zu wenig anfängt. Man wird angeteast, aber nicht endgültig umgehauen, um hier wirklich etwas Großes zu erleben. Das haben sich wohl auch die Mächtigen bei BBC gedacht und keine zweite Staffel geordert, die eigentlich hätte kommen sollen.

Fazit

Verschenktes Potenzial in einer unnötig in die Länge gezogenen und dadurch zu oft dahin plätschernden Serie. Hier wäre wohl ein Spielfilm zum Thema besser gewesen. (MATHIAS WAGNER)

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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