Kritik: GOMORRHA

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“Die Sopranos” sind lange Geschichte, “Boardwalk Empire” ist auch vorbei. Zeit für eine neue Mafia-Serie! Und die bekommen wir aus Italien mit “Gomorrha” spendiert. Die erste Staffel umfasst zwölf Episoden und darf nun im Heimkino in voller Pracht genossen werden. Nach Vorlage von Roberto Saviano entstanden intensive, dramatische, harte und spannende Folgen, die seit dem 25. September 2015 auf DVD (mit fünf Discs im Schuber) und BR (mit vier Discs im Schuber, alternativ als Limited Steelbook Edition inklusive Postkarten-Set) im Handel erhältlich sind.

“Gomorrha” zeigt die harte, brutale Mafia-Welt in Italien

2Tod und Zerstörung – damit beginnt gleich die erste Episode von “Gomorrha”, der italienischen, von Fans und Kritikern gefeierten Mafia-Serie. Und dass Gewalt Gegengewalt erzeugt, wissen wir nicht erst seit „Die Ärzte“. Und so ist es auch in der Mobster-Welt von “Gomorrha” ganz normal, dass ein Angriff zu vielen weiteren führt und damit der Auslöser ist für eine Menge Brutalität. Inmitten dieses Chaos steht der junge Mafioso Ciro di Marzio (Marco D’Amore). Der gehört zum Clan von Pietro Savastano (Fortunato Cerlino). Und genau dieser Clan fühlt sich von einer Attacke des verfeindeten Clans von Salvatore Conte (Marco Palvetti) gehörig auf den Schlips getreten. Grund genug jedenfalls, um zum Gegenschlag auszuholen – und damit das Feuer nur noch mehr zu schüren. In Ciro selbst brodelt dieses nun gewaltig, denn beim letzten Conte-Schlag muss unter anderem sein Vater-Ersatz 3Attilio (Antonio Milo) sein Leben lassen. Ciro setzt alles daran selbst in der Camorra aufzusteigen – ähnlich wie sein Freund Genny (Salvatore Esposito), der sich gegenüber seinem Vater Pietro auch erst einmal beweisen muss. Und so fließt einiges an Blut in den zwölf Episoden der ersten Staffel, die hoffentlich eine weitere nach sich ziehen wird. Zwar gab es bereits 2008 eine Verfilmung des Buches von 2006 (“Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra” gewann unter anderem den Großen Jurypreis in Cannes), doch mit der “Gomorrha”-Serie kann man sich nun Zeit lassen, die ganze drückende Atmosphäre mit all ihren Entwicklungen einzufangen. Und anders als beispielsweise bei “Die Sopranos” oder “Boardwalk Empire” bekommen wir hier auch die volle Härte spendiert. Keine Momente der Belustigung, der Entspannung, sondern pausenloser Machtkampf, in dem niemand 4sicher ist. Manchmal stört ein wenig die nicht immer ganz runde deutsche Synchronisation, doch auch an die gewöhnt man sich schnell, sofern man sich die Serie nicht im italienischen Original zu Gemüte führen möchte. Richtig satt ausgefallen sind dafür wiederum die Extras der Heimkino-Veröffentlichung. Die bestehen aus 135 Minuten Bonusmaterial, darunter ein Making of, ein Serien-Special, ein Musikvideo, Trailer und diverse Featurettes, die uns noch tiefer in die Mafiawelt und speziell in die von “Gomorrha” einführen.

Fazit

Harte, spannende Mafia-Serie ohne viel Entlastung für Charaktere und Zuschauer. Ein fast 600 Minuten langes Brett.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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