Kritik: FRIGHT NIGHT (REMAKE)
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„Fright Night“ – Das ist die Neuverfilmung des 80er Jahre-Kultfilms „Fright Night – Die rabenschwarze Nacht“. Hollywood-Star Colin Farrell übernimmt darin die Rolle des Obervampirs Jerry Dendridge, der im Original noch von Chris Sarandon dargestellt wurde, der hier einen kurzen Cameo-Auftritt hat. Farells Vampir kommt dabei, gemessen am Image seines Darstellers, als rebellischer, leicht proletarisch angehauchter Bad Boy daher – während Sarandon im Original den klassischen Vampir mit Stil und weltmännischer Eleganz gab.
Das sind dann auch nicht die einzigen Neuerungen an diesem sauber inszenierten Remake, dass darüber hinaus mit einem perfekten Score und überdurchschnittlich guter Kameraarbeit punkten kann. Gleich die Eingangssequenz weiß mit Spannung und Schocks durchaus zu überzeugen und lässt den Zuschauer Blut lecken.

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Das von Marti Noxon verfasste Drehbuch orientiert sich dabei klar an der Vorlage von 1985, und überträgt die lieb gewonnenen Charaktere, die den Großteil des Unterhaltungswerts des Originals ausgemacht hatten, in die Neuzeit, und schafft dabei den Spagat zwischen Hommage mit liebevollen Zitaten und zeitgemäßen Neuerungen – ohne dabei Fans und Freunde des Klassikers mit der genretypischen MTV-Hochglanzoptik und Videoclip-Ästhetik zu verunsichern. Trotz zahlreicher Zugeständnisse an heutige Sehgewohnheiten, überzeugt die Neuinterpretation des Stoffes – hält sich aber angenehm zurück und kann sowohl darstellerisch als auch inszenatorisch überzeugen.

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Die sattsam bekannten Klischee-Charaktere wie der Nerd, der Underdog und der brutale Schläger, werden zwar auch hier aufgetischt – aber die Stereotypen in ihrer Darstellung nicht überstrapaziert. 
Obwohl „Fright Night“ im neuen Jahrtausend spielt, bleibt er erfrischend bodenständig. Keine übertriebenen CGI-Effektorgien, keine zuckersüße Teenager-Romantik und auch keine blutleere Grusel-Atmosphäre für weichgespülte Schauerromantik-Enthusiasten – „Fright Night“ besticht durch liebevoll gezeichnete Charaktere, die auf das Original verweisen und dabei natürlich und glaubwürdig gespielt sind, und setzt auf Old School-Vampir-Feeling mit leidenschaftlichen und erotischen Vampirbissen und dem Höllenfeuer, dass die Vampire in Schutt und Asche zerfallen lässt, sobald sie den Sonnenstrahlen ausgesetzt sind.

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Die klassischen Stilmittel wie Knoblauch, der spitze Holzpfahl oder das geweihte Wasser stehen dem technischen Fortschritt wie Handy, Digi-Cams, Internet und Google gegenüber – gehen dabei aber eine harmonische Zweckgemeinschaft ein ohne sich gegenseitig zu beißen. Auf dieser Ebene funktioniert „Fright Night“ perfekt und weiß sowohl als Remake, als auch als eigenständiger Film, durchaus zu gefallen und zu überzeugen. 

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Auch wenn das Finale etwas ins Stocken gerät und das Gag-Potential nicht so dicht ist wie beim Original – so harmonieren jedoch Action und Grusel perfekt miteinander. Ein angenehmer Spannungsaufbau sowie zahlreiche Schockeffekte runden das gruselige Vergnügen ab und machen aus der Neuverfilmung ein besonderes Erlebnis, dass dem Original fast ebenbürtig ist.

7/10

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