Kritik: DREI SCHWEDINNEN AUF DER REEPERBAHN

Schwedinnen waren Ende der 70er Jahre äußerst populär. Die ersten Schweden-Pornos entwickelten sich zu Verkaufsschlagern in der Hardcore-Branche und auch das germanische Lederhosen-Lustspiel mischten die Mädels ordentlich auf. Nur spielten in Filmen wie DREI SCHWEDINNEN IN OBERBAYERN oder HURRA, DIE SCHWEDINNEN SIND DA! keine echten Schwedinnen mit – diesen Part übernahmen deutsche Starlets wie GINA JANSSEN oder BEA FIEDLER, deren blonde Mähnen für den nötigen skandinavischen „Grundton“ sorgen sollten.
Ansonsten verliefen auch diese Filme nach dem altbekannten Schema und der bewährten Mischung aus Softsex und Kalauern.

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Auch DREI SCHWEDINNEN AUF DER REEPERBAHN von SCHULMÄDCHENREPORT-Regisseur Walter Boos (der in diversen DERRICK-Episoden sein Handwerk als Regieassistent erlernt und auch KATJA BIENERT in DIE SCHULMÄDCHEN VOM TREFFPUNKT ZOO in Szene gesetzt hatte) macht da keine Ausnahme. Lediglich wurde die hauchdünne Handlung von der Alpenregion ins sündige Hamburg verlegt und St. Paulis Reeperbahn, die Anfang der 70er Jahre als Kulisse für unzählige Kiez-Krimis herhalten musste, bildet mit seinen unzähligen schummrigen Kaschemmen und Sexshows auch hier den Hintergrund für die voyeuristische Inszenierung des Regisseurs.

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Und während sich heutzutage ausgediente B- und C-Promis auf der Pro Sieben-Alm für ein üppiges Honorar der Lächerlichkeit preisgeben oder für RTL den australischen Dschungel unsicher machen, bedarf es in den 70er Jahren lediglich eines Auftritts in schlüpfrigen Sexklamotten – sei es um für den nächsten Monat den Lebensbedarf zu sichern oder die Karriere etwas anzukurbeln.
Und so machten sich in dieser SCHWEDINNEN-Comedy unter anderem MICK WERUP (Mutter Drombuschs Sohn) und TOBIAS MEISTER zum Affen und hielten ungeniert ihre nackten Ärsche in die Kamera.
WERUP hatte zumindest das Vergnügen hier die rassige BEA FIEDLER zu nageln, dennoch war für ihn, nach seinem späteren Engagement in der TV-Serie DIESE DROMBUSCHS, Feierabend. Wortwörtlich, denn sein Selbstmord schaffte es zumindest noch zur Titel-Schlagzeile in die BILD-Zeitung.
TOBIAS MEISTER entwickelte sich dagegen zu einem der erfolgreichsten und meist beschäftigten deutschen Synchronsprecher und leiht unter anderem Stars wie KIETHER SUTHERLAND oder GARY SNISE seine markante Stimme. Zuvor war auch er in einer ZDF-Serie zu sehen – und zwar neben SIEGFRIED WISCHNIEWSKI (DER ZINKER) in EIN HEIM FÜR TIERE.

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DREI SCHWEDINNEN AUF DER REEPERBAHN bietet wie gewohnt naive und niveaulose Soft-Erotik, die sich mit härteren Einstellungen aus diversen Erotikshows der Reeperbahn abwechseln (auf sämtlichen DVDs sind die Hardcore-Elemente heraus geschnitten!), groovige 80ies-Mucke, modische Geschmacksentgleisungen, das obligatorische Verwechslungs-Wirrwarr und jede Menge Zoten.
Das Handlungsgerüst, dass mit der Schwärmerei einer Schülerin für ihren Lehrer wieder einmal eines der unzähligen Themen aus diversen SCHULMÄDCHENREPORTEN aufgreift, wird durch ein paar nette Schenkelklopfer aufgewertet, doch ansonsten erreichen die Pointen der meisten Gags mühelos Stammtisch-Niveau oder verirren sich in den Untiefen üppigster Schambehaarung der ansehnlichen Darstellerinnen.

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Die eingebauten erotischen Tagträume einer der titelgebenden Schweden-Luder nerven auf Dauer, doch die natürliche Ausstrahlung und sehr verführerischen Rundungen TANJA SCHOLLS entschädigen für diese Szenen, die lediglich dazu dienen, das exploitative Flickwerk auf eine angemessene Größe aufzublasen.

Unterm Strich ist dieser SCHWEDINNEN-Sexklamauk nichts weiter als teutonischer Trash mit Titten – anspruchsloses Amusement für zwischendurch. Eine kleine Zeitreise zurück in die 80er, stellenweise arg klamaukig, doch der Unterhaltungswert überwiegt. Ein deutlicher Abgesang auf das Genre der deutschen Sexkomödie lässt sich hier aber nicht mehr leugnen…

7/10

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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