Kritik: DISCOPATH

DISCOPATH – seit 31.10. über das Label MAD DIMENSION in der ungekürzten Fassung als DVD und BR erhältlich!

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DISCOPATH – SATURDAY NIGHT LIFE meets MANIAC

Als Kind musste Duane hilflos mit ansehen, wie sein musikbegeisterter Vater beim Experimentieren im heimischen Tonstudio an einem Stromschlag dahinschied. Nun, als junger Erwachsener, befällt ihn, immer wenn er Musik hört, eine merkwürdige Unruhe und der Drang, junge Frauen zu töten. Nach dem er eine Dame mordete, die ihn zum Besuch einer Disco verleitete, flieht er von New York nach Montreal, wo er den vakanten Job eines Hausmeisters in einem Mädcheninternat antritt. Schlecht nur, dass die Mädels gerne Musik hören…und so nimmt das blutige FLASHDANCE-Massaker seinen Lauf!

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Mit DISCOPATH, einer kanadischen Produktion, ist Regisseur RENAUD GAUTHIER stilistisch die ultimative Hommage an den Slasher der 70er und 80er Jahre gelungen. Nicht nur der groovige Soundtrack mit zahlreichen Dancefloor-Hits der Ära, die selbst die Hüften des steifsten Bewegungs-Legasthenikers kreisen lassen, vermittelt gekonnt das Retro-Feeling, sondern auch das stimmungsvolle Setting, die Ausstattung und die Kostüme versetzen den Zuschauer zurück in eine längst vergangene Epoche. In den späten 70er, frühen 80er Jahren angesiedelt, erreicht DISCOPATH ein Höchstmaß an Atmosphäre.

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Da verwundert es auch nicht, dass der umtriebige DISCOPATH, solide dargestellt von FRANCOIS AUBIN, minimale Parallelen zu WILLIAM LUSTIGS Slasher MANIAC von 1980 aufweist – ohne jedoch die Intensität dieses Klassikers zu erreichen. Die Kills in DISCOPATH sind zwar sehr intensiv und atmosphärisch umgesetzt und weisen eine gewisse Härte auf, wobei hier in den Mordsequenzen die genretypischen Synthesizer-Kompositionen mit dem Disco-Soundtrack wechseln, und vor allem der erste Mord unter der durchsichtigen Tanzfläche ausgefeilt inszeniert wurde, Regisseur GAUTHIER aber das anfängliche Tempo, den Einfallsreichtum und die Qualität der Inszenierung in der zweiten Hälfte vermissen lässt.

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Trotz einer relativ kurzen Laufzeit von knapp über 75 Minuten, schleichen sich ab Filmmitte vereinzelte Längen ein und man merkt dem Streifen an, dass die absurde Story nicht sehr viel hergibt – obwohl sie durchaus Potential für einen abgedrehten, augenzwinkernden Schocker aufweist. Das Problem ist nur, dass DISCOPATH als reinrassiger Slasher stellenweise etwas zu trashig wirkt, sich der Film für puren Trash selbst aber zu ernst nimmt. Angesichts solcher Differenzen fallen dem Zuschauer dann auch diverse Unstimmigkeiten und Handlungsfehler auf, die vor allem auch auf Seiten der ermittelnden Polizeibeamten zu finden sind. Die schaffen es nicht einmal auf kurzer Distanz, ein unbewegliches Ziel zu treffen oder zaubern ein komplettes Psychogramm des Killers aus dem Hut – ohne dass die dargestellten Ermittlungen jemals solche Rückschlüsse zuließen. Auch das Finale wirkt arg konstruiert und passt überhaupt nicht zum Gesamtbild des Films.

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Trotz diverser Makel und einiger Längen bleibt unter dem Strich eine kurzweilige, streckenweise ziemlich blutige Slasher-Hommage, die vor allem wegen ihres genialen Soundtracks sehr viel Spaß macht, aber angesichts der Story eine gewisse Leichtigkeit vermissen lässt. Guter Durchschnitt für zwischendurch.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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