Kritik: DIE MÖRDERKLINIK (FILMART GIALLO-EDITION)

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DIE MÖRDERKLINIK:

…ist auch bekannt unter dem deutschen Verleihtitel
DAS MONSTER AUF SCHLOSS MOORLEY, das von dem zwielichtigen und von
Geheimnissen umwitterten Dr. Vance in eine private Nervenheilanstalt
umfunktioniert wurde und einen irren Schlitzer (wie passend!)
beherbergt, der mit dem Rasiermesser für Angst, Schrecken und
zunehmenden Schwund unter den verrückten Patienten und den
Bediensteten sorgt. Und damit wäre die Geschichte, basierend auf
ROBERT WILLIAMS Roman THE KNIFE IN THE BODY, auch schon erzählt. Die
Nr.7 der GIALLO EDITION von FilmArt punktet viel mehr auf technischer
Ebene als mit einer raffinierten Story. ELIO SCARDAMAGLIA, der hier
mit dem internationalen Pseudonym MICHAEL HAMILTON ans Werk ging,
liefert dabei einen prunkvoll ausgestatteten Gruselkrimi ab, der in
dieser Hinsicht mit Leichtigkeit die Ästhetik der HAMMER-Filme
erreicht. Das Ambiente der Anstalt, die in einem großen Herrenhaus
residiert, erinnert an die Schauplätze vieler EDGAR WALLACE-Krimis.
Geschulten Ohren wird es nicht entgehen, dass auch der facettenreiche
Score von FRANK MASON Schlüsse zu HAMMER und WALLACE zulässt und sich
vereinzelter Klangmotive eines JAMES BERNARD bedient und diese mit
denen von PETER THOMAS kombiniert. Es ist die Verquickung
unterschiedlichster Stile, die mit den Giallo-typischen Versatzstücken
einhergehen und den Reiz dieses Klassikers ausmachen. Hinzu kommt eine
exquisite deutsche Sprachfassung durch die Hermes Synchron mit
versierten Sprechern wie PAUL EDWIN ROTH, RAINER BRANDT oder BEATE
HASENAU. Eine gewisse Behäbigkeit lässt sich bei der 1966er Produktion
nicht leugnen, mindert aber die spannende Frage nach dem unheimlichen
Killer ebenso wenig wie die allzu offensichtlich gelegten falschen
Fährten, die Krimispezialisten heutzutage nicht mehr in die Irre
führen können.
Auch diese wunderbare Veröffentlichung glänzt durch eine hervorragende
Bildqualität. Im Bereich des Bonusmaterials ersetzt erstmals ein
sogenanntes Artbook das herkömmliche Booklet. Es ist mit unzähligen
Aushangfotos und Plakatmotiven reichhaltig bebildert und liefert alle
für den Zuschauer interessanten Details aus den abgedruckten
Programmheften des ehemaligen Verleihers.

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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