Kritik: DEATH RACE

Die Kritik beruht auf der Extended Version!

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DEATH RACE stellt nicht nur die auf Hochglanz und brachiale Hochgeschwindigkeits-Action getunte Neuverfilmung des 70ies-Klassikers „Frankensteins Todesrennen“ aus der B-Movie-Schmiede von Roger Corman dar, sondern ist ein ganz besonderes Kuriosum: es ist wahrscheinlich einer der wenigen Actionfilme, dessen Action kaum zündet und die laute Adrenalin- und Zerstörungsorgie nahezu erblassen lässt.
Dabei ist vor allem der Anteil an waghalsigen Stunts und spektakulären Verfolgungsjagden der Hauptbestand dieses Remakes, das auf einen Actionfilm aus den 70er Jahren basiert.
Und in dieser Hinsicht bietet DEATH RACE dem Zuschauer auch eine Menge – doch leider geht der explosiven Verfilmung bereits auf halber Strecke der Sprit aus, denn der Actiongehalt mag zwar ausreichend und geschickt über die gesamte Laufzeit verteilt sein, doch bereits die zweite Etappe des DEATH RACE bietet nichts weiter als ein, auf relativ kleinem Parcours angesiedeltes Autorennen ohne nennenswerte Überraschungen oder Abwechslung. Hier und da ein lauter Crash und eine ohrenbetäubende Detonation – doch insgesamt einfach zu unspektakulär. DEATH RACE dreht sich, und das ist wörtlich zu nehmen, im Kreis – jede weitere Runde dieses illegalen Autorennens ist wie ein Deja-Vu.
In dieser Hinsicht gleicht „Death Race“ eher einer Folge der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ – eine anspruchslose Nummernrevue waghalsiger Stunts, die auch nicht durch ein paar Chicks oder blutige Crashs besser wird.


Doch das ist nur die eine Seite des Films – würde es keine zweite Seite geben, wäre der Streifen jedoch mit Sicherheit längst in der Belanglosigkeit versunken.
Was DEATH RACE letzten Endes sehenswert und vor allem unterhaltsam macht, ist die Nebenhandlung, die sich zum einen viel Zeit für eine angemessene Einführung des Hauptcharakters (FASON STATHAM als Jensen) und seiner Vorgeschichte nimmt, und zum anderen den harten Knastalltag, nicht frei von Klischees, aber relativ hart und glaubwürdig skizziert und Jensen Ames Schicksal als Teil eines mörderischen Komplotts entlarvt, dessen Aufklärung für mehr Spannung und Thrill sorgt als der Rest von DEATH RACE.
Und somit gewinnt der Film vor allem durch diese Storyline an Tempo und bietet für einen Actionfilm gut ausgearbeitete Charaktere. Obwohl der Handlungsverlauf teilweise vorhersehbar ist, hält er doch noch die eine oder andere überraschende Wendung parat und sorgt für einen soliden Spannungsbogen.
Und so ist es vor allem der clever gestrickten Storyline zu verdanken, dass der Film, trotz einiger Längen, zumindest für Runde 1 den Etappensieg einfährt – denn für Runde 2 (der Fortsetzung) standen bereits neue Teilnehmer in den Startlöchern.
Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Seiten und somit ist DEATH RACE als Gefängnis-Thriller durchaus gelungen – als reiner Actionfilm ist er zwar routiniert inszeniert, doch zu wenig abwechslungsreich, um über alle drei Etappen überzeugen zu können.
Ein guter Film, den man gesehen haben kann – aber nicht unbedingt ein Meilenstein, dem man eine Träne nachweinen würde, wenn man ihn verpasst haben sollte. Solide, bei weitem nicht überragend – insgesamt aber über dem Durchschnitt!

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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