Kritik: Die CABIN FEVER-Trilogie
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Eine Gruppe junger Leute feiert ihren Studienabschluß in einer gemieteten Waldhütte in einer abgelegenen Gegend. Doch einer der Besucher ist mit einem Virus infiziert, der schon bald furchtbare Folgen zeigt. Er zerfrisst nämlich menschliches Fleisch und das spritzende Blut infiziert auch die anderen Mitglieder der Gruppe, die sich alsbald in einem Kampf gegen den Tod und gegen sich selbst verstricken.

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Fünf College-Absolventen wollen den stressigen Alltag der letzten Wochen hinter sich lassen, gemeinsam den Abschluss feiern und eine unbeschwerte Zeit miteinander verbringen. Mit jeder Menge Bier und Gras im Gepäck machen sie sich auf in die Wildnis, zu einer abgelegenen Waldhütte. Unterwegs machen sie Halt an einer Tankstelle und machen Bekanntschaft mit den skurrilen Bewohnern der Gegend. In der Hütte angekommen, fallen Jeff und Marcy gleich übereinander her, während der leicht infantile Bert mit seinem Luftgewehr die Gegend unsicher macht, und Paul versucht, bei seiner langjährigen besten Freundin Karen zu landen.
Doch schon wenig später erleben die fünf die Hölle auf Erden und das geplante Wochenende mit jede Menge Bier, Gras und Sex entwickelt sich zu einem blutrünstigen Alptraum, der in einem Kampf auf Leben und Tod endet.

Das Szenario im Wald und die Rednecks – Regisseur Eli Roth („Hostel“) erweist sich genauso als Filmkenner wie sein Freund Quentin Tarantino, der dessen ersten abendfüllenden Spielfilm produzierte, wobei Roth hier einmal mehr mit der Erwartungshaltung der Zuschauer spielt. Wer denkt, dass sich in dem Wald plötzlich die Erde auftut und blutrünstige Dämonen zum Vorschein kommen, irrt ebenso wie der, der glaubt, dass jeden Moment irre Hinterwäldler aufkreuzen oder ein Macheten schwingender Maskenmörder um die Ecke kommt, um den fünf Twens den Garaus zu machen…
Nein, „Cabin Fever“ geht nicht unbedingt subtiler zur Sache – aber innovativer, denn der Splattergehalt, der im Laufe der Handlung über die Protagonisten in sorgfältig gemessenen Dosen hereinbricht, resultiert nicht etwa aus den genretypischen Slasher-Kills, sondern aus einem bakteriellen, fleischfressenden Bazillus, der jeden Infizierten praktisch von innen nach außen auffrisst.

Und so überzeugt „Cabin Fever“ als kleiner, hundsgemeiner Horrorfilm mit Viren-Thematik, der gekonnt mit den Versatzstücken des Genre spielt, mit unzähligen Schocks und Ekeleffekten aufwartet und dabei ein schwarz-humoriges Gag-Feuerwerk entfacht. 
Absoluter Höhepunkt ist dabei Giuseppe Andrews als Redneck-Deputy Winston, der mit seinem kuriosen Auftritt nicht nur die Lacher auf seiner Seite hat, sondern gleichzeitig einen gelungenen Verweis auf „Scream“ und dem dort ermittelnden Deputy Dewey Riley liefert.

Eli Roths Film gelingt es außerordentlich gut, das Gleichgewicht zwischen Spannung, Splatter und Humor zu halten, und kann sowohl inszenatorisch als auch darstellerisch überzeugen. Der Score von Nathan Barr weiß die unheimliche Atmosphäre von „Cabin Fever“ adäquat zu untermalen und die Effekte sind blutig und perfekt umgesetzt. Ekel und schwarzer Humor gehen eine höchst unterhaltsame Verbindung ein, wobei keines der Elemente dominiert, und ausreichend Platz für einen gelungenen Spannungsaufbau lassen.

Insgesamt ein sehr unterhaltsames, überdurchschnittliches Debut von Eli Roth
7,5/10

 

Wenige Tage nach den Ereignissen des ersten Teils landet das Virus in Wasserflaschen in der örtlichen Highschool, wo gerade ein Frühlingsball organisiert wird.
John (Noah Segan) möchte eigentlich mit seiner seit Jahren angebeteten Traumfrau Cassie (Alexi Wasser) hingehen, die seit kurzem von ihrem Freund getrennt ist. Allerdings lehnt sie seine Einladung ab, da ihr Bruder momentan krank ist. Deprimiert zieht er sich in sein Bett zurück und befürchtet schon einen Splatterfilmabend mit seinen Freunden, die es ebenfalls nicht auf den Ball zieht.

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Der Horrorschocker „Cabin Fever“, das Debut jenes Regisseurs, der wenig später die Filmwelt mit den beiden „Hostel“-Verfilmungen bereichern sollte, schrie angesichts seines beachtlichen finanziellen Erfolgs nach einer Fortsetzung, die sieben Jahre später von Ti West inszeniert wurde.
Quentin Tarantino, der von den frischen, unverbrauchten Ideen Roths so begeistert, dass sein kassenträchtiger Namen für das Werk Pate stand, distanzierte sich von der Fortsetzung ebenso wie Roth und auch West, der mit der Schnittfassung des Films nicht mehr zufrieden war.

Ti Wests Fortsetzung erscheint auf dem ersten Blick viel humorvoller als das Original und erinnert angesichts des derben Humors mehr an einen der unzähligen Teile der berüchtigten „American Pie“-Reihe.
Und spätestens wenn zu sinnfreien Dialogen und skurrilen Szenenabfolgen minutenlang der kultige 70ies-Ohrwurm „Born To Be Alive“ ertönt, hat sich das Publikum an diese eigenwillige Interpretation des Filmstoffes gewöhnt und das Stimmungsbarometer steigt unaufhörlich.
Von nun an steht der Zuschauer unter Dauerbeschuss von klamaukigen Zoten und diversen Geschmacksentgleisungen – und ja: es ist definitiv „American Pie“ – nur mit derben Splattereinlagen und hohem Ekelpotential. Dem schlechten Geschmack sind hier keine Grenzen gesetzt! War das Original noch ein schwarz-humoriger Schocker, der allenfalls die Rednecks-Thematik persiflierte, darüber hinaus aber durch subtile Schocks und einen angemessenen Spannungsaufbau überzeugen konnte, so nimmt sich die Fortsetzung zu keiner Minute ernst. Ti West serviert hier die Trashvariante von Eli Roths Version – und wer Trash mag, der wird hier auch bestens bedient!

Humor steht bei „Cabin Fever 2“ ganz klar an erster Stelle und punktet damit auf der ganzen Linie. Das Repertoire reicht vom infantilen Klamauk über Fäkalhumor bis hin zu coolen Sprüchen und echten Schenkelklopfern – mit anderen Worten: „Cabin Fever 2“ ist der ultimative Fun-Splatter, dem nichts peinlich ist.
Sobald die „Prom Night“ eröffnet ist, werden sämtliche Klischees und Stereotypen aufgefahren und durch den Kakao gezogen und alle nur erdenklichen Körperflüssigkeiten, von Sperma über Urin bis hin zu Erbrochenem und literweise Blut, werden durch die Gegend gespritzt, dass das Herz eines jeden Trash- und Gorehounds höher schlagen wird. 
Leider kommt das Finale zu schnell und abrupt, das Schicksal des, als Survival-Team auserkorenen Päarchens, bleibt ebenso ungewiss wie der Regisseur seinem Publikum die Antwort auf die Frage schuldig bleibt, welche Rolle in diesem ganzen Durcheinander eine bis an die Zähne bewaffnete Eliteeinheit spielt.
Das trübt den positiven Gesamteindruck aber nicht wirklich, denn Sinn und Logik sucht man bei „Cabin Fever 2“ ohnehin vergeblich.

Wer auf diese Art von Humor und blutigen Splatter steht, sollte knapp 90 Minuten einfach nur mal das Hirn ausschalten und sinnfreies, grenzdebiles Entertainment genießen: Dieser Film ist herrlich durchgeknalltes, politisch-unkorrektes Feel-Good-Entertainment – zwar für Anspruchslose, aber immerhin mit hohem Unterhaltungswert. Die anderen gehen ohnehin zum Lachen in den Keller – daher sei denen an dieser Stelle abgeraten!

7/10

 

 

Während eines Junggesellenabschieds auf einer Yacht in der Karibik legt die Party-Gesellschaft an einer mysteriösen Insel an. Nachdem sie dort eine verlassene Forschungsstation entdeckt haben, zeigen manche von ihnen Symptome eines fleischfressenden Virus. Auf der verzweifelten Suche nach einem Heilmittel stoßen sie auf einen ominösen Doktor und seinen einzigen Patienten. Diese könnten ihre Rettung – Oder ihr endgültiges Verderben sein…

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Mit dem Untertitel „Patient: Zero“ geht das „Cabin Fever“-Franchise nunmehr in die dritte Runde. Nach dem zweiten Teil, der von Anfang bis Ende als Fun-Splatter jenseits des guten Geschmacks konzipiert war, und mit dem Original lediglich den Titel gemeinsam hatte, versucht „Cabin Fever 3“ wieder an die Anfänge anzuknüpfen. Und in der Tat: der neueste Streich um den fleischfressenden Virus, der seine Opfer von innen nach außen auffrisst, fängt die düstere Grundstimmung des Originals ein und verzichtet weitestgehend auf humorvolle Einlagen, wie sie das erste Sequel dominierten. Teil 3 ist auch keine Fortsetzung im eigentlichen Sinn, sondern erzählt die Vorgeschichte um den Ursprung des Virus, der auch hier wieder Antriebsmotor für eine, auf den Ekeleffekt ausgerichtete, Inszenierung ist, die mit ein paar derben Appetithäppchen aufwartet.

Doch wo Eli Roths Version der Geschichte voll und ganz überzeugen konnte, und Spannung, Splatter und Humor gleichmäßig die Waage hielten, gelingt dies Regisseur Kaare Andrews bei „Patient: Zero“ nicht immer:
zwei parallel verlaufende Handlungsstränge, die zum Finale hin miteinander verknüpft werden, bilden das Handlungsgerüst dieses Schockers, bei dem das Szenario vom Wald auf eine einsame Insel verlegt worden ist. So einsam ist dieses Idyll aber dann doch nicht, denn es beherbergt eine geheime, unterirdische Forschungsstation, in der ein skrupelloser Mediziner an dem fleischfressenden Virus arbeitet. Zu diesem Zweck wird „Patient Null“, der gegen das Virus eine nicht zu erklärende Immunität hat, unter Quarantäne gehalten. 
Zeitgleich verschlägt es eine vierköpfige Gruppe junger Leute auf die Insel, die dort den Junggesellenabschied ihres Freundes feiern wollen. Als zwei von ihnen nach einem Tauchgang auffällige Hautirritationen aufweisen, nimmt das Unheil seinen Lauf…

Das Unheil hat sich bis dahin aber auch sehr lange Zeit gelassen und verlangt bis zur obligatorischen Blutsuppe, die ab der zweiten Hälfte durch die Gegend gespuckt wird, sehr viel Ausdauer vom Zuschauer. Die Einführung der vier Freunde in das Handlungsgeschehen ist zwar notwendig um für einen Nachschub im Bodycount zu sorgen, doch sind die Charaktere uninteressant gestaltet und der Junggesellenabschied dient lediglich dazu, ein paar Zoten ins Spiel zu bringen, die aber zur ernsten Grundstimmung des Films überhaupt nicht passen wollen.
Der zweite Handlungsstrang, der sich in der Forschungsstation abspielt, ist für den Zuschauer zwar interessanter, wird aber immer wieder ausgebremst und kann sich kaum entfalten.
Erst als beide Handlungen aufeinander treffen, breitet sich der Virus aus – wobei vor allem die handgemachten Special Effects voll und ganz überzeugen können. Ein paar wohl dosierte Schocks, jede Menge Blut und ein fetziger Catfight im Finale runden das leidlich unterhaltsame B-Movie ab – können aber auch nicht darüber hinweg täuschen, dass „Cabin Fever 3“ mit Abstand der schwächste Teil der Reihe ist, der mit deutlichen Längen in der Handlung und Schwächen im Spannungsaufbau zu kämpfen hat.

Trotz des überraschenden Plot-Twists im Finale , dessen Auflösung raffiniert in die End-Credits eingearbeitet ist, kann der Film über weite Strecken nicht überzeugen.
Es bleibt unterm Strich ein stellenweise sehr langweiliger, halbgarer Genre-Beitrag mit überzeugenden Splattereinlagen, die „Cabin Fever 3“ aber auch nicht viel besser machen. Allenfalls Durchschnitt!
5/10

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