Kritik: BITCH SLAP

BITCH SLAP – Covergestaltung und die Klassifizierung in das Genre „Männerfilm“ machen mehr als deutlich, was den Zuschauer hier erwartet. Und dieser Eindruck wird während der Credits noch verstärkt, die eine filmische Collage des Best Of gängiger B- und Trash-Movies darstellt – und zwar jener Filme, die in BITCH SLAP liebevoll zitiert, streckenweise auch parodiert werden.

Toughe Girls mit tiefen Ausschnitten, vollbusig und nicht zimperlich, sowie harte Jungs, geil und skrupellos, dazu vulgäre Dialoge und eine einfache, leicht überschaubare Rahmenhandlung, die in einem bizarren Finale endet:
BITCH SLAP bietet dem Fan exploitativer Unterhaltung jenseits des guten Geschmacks und weit entfernt vom gelackten Mainstream-Entertainment, genau die richtige Mischung in bester Grindhouse-Tradition, um ihn knapp 100 Minuten bei der Stange zu halten – um das Niveau des Wortwitzes zu diesem Review so flach wie möglich zu halten…

Und die Vorbilder sind klar erkennbar, erinnern allein die drei heißblütigen Bitches auf den ersten Blick an RUSS MEYERS DIE SATANSWEIBER VON TITTFIELD – während die unkonventionelle Erzählstruktur ganz klar TARANTINOS Handschrift trägt: die Handlung spielt in der Gegenwart, wird aber in kurzen Abständen immer wieder von Flashbacks unterbrochen, die praktisch die Anfänge der Story von hinten nach vorne aufrollen.
Der überspitzte Gewaltanteil, die komplette Story mit all ihren Wendungen, Entwicklungen und herrlich geschmacklosen Entgleisungen wie die Kirchensequenz – hier stand eindeutig ROBERT RODRIGUEZ Trash-Universum Pate und ERIN CUMMINGS als rothaarige Hel darf als Mischung aus MACHETE und FOXY BROWN angesehen werden – wobei ihr Tarnname „Foxy 69“ ebenfalls als Hommage an das 70ies Blaxpoitationkino und insbesondere PAM GRIER verstanden werden darf.

Ja, „Männerfilm“ trifft es ganz genau – abgesehen von den üppigen Schauwerten der drei Bitches, wird dem männlichen Zuschauer hier alles präsentiert, was das Männerherz höher schlagen und die Hose enger werden lässt: Striptease, Catfights und feurige Action, das ganze begleitet von gepfefferten Dialogen und einem rockigen Score und einer der erotischsten Lesbenszenen der Filmgeschichte.

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BITCH SLAP klaut hemmungslos – aber gut. Trotz diverser Anleihen unter anderem an KILL BILL – was durch die Zuckerstangen lutschende und mit einem rasiermesserscharfen Jojo spielende Kinki mehr als deutlich wird – hat RICK JACOBSONS Grindhouse-Hommage genug eigenständige Ideen auf Lager und weiß das Potential gut auszunutzen.

Handwerklich und storytechnisch einwandfrei – für Liebhaber des Genre ein unverzichtbarer Filmgenuss für´s Auge und (R)Ohr!

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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