Kritik: AGGRESSION SCALE

Die Familie Rutledge zieht in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Was die Kinder Owen und Lauren, sowie ihre Mutter nicht wissen, ist, dass Familienvater Bill eine halbe Million Dollar von dem fiesen Gangsterboss Bellavance (RAY WISE) gestohlen hat und sie deswegen auf der Flucht vor dessen brutalen Geldeintreibern sind. Doch Bellavance´s Killertruppe um den skrupellosen Lloyd (DANA ASHBROOK) spürt sie auf und tötet die Eltern. Doch die Gangster haben nicht mit Sohn Owen (RYAN HARTWIG) gerechnet, der wegen schwerer Gewaltausbrüche in Behandlung ist. Ehe sie sich versehen, wird der Spieß umgedreht und Owen dezimiert die Gangster mit trickreichen tödlichen Fallen. Einen nach dem anderen, um sich und seine Schwester zu schützen.

 

Das ist die Ausgangslage von AGGRESSION SCALE von STEPHEN C. MILLER. Und was auf dem Fantasy Filmfest als “raffiniert und verdammt hart“ und „ein Feuerwerk der gemeinen Ideen“ gefeiert, und von Kritikern mit Lobeshymnen wie
“Packend und erbarmungslos!“, “Grenzüberschreitend‘ und “Spannend und mitreißend“ überschüttet wurde, erweist sich in der Tat als clever gestrickter, ungemein brutaler und blutiger Gewalttrip. In den ersten fünf Minuten steigt der Bodycount bereits auf vier skrupellos durch Kopfschüsse hingerichtete Todesopfer an und gibt ganz klar die Marschrichtung vor, der Millers Thriller in den folgenden 80 Minuten folgen wird.

0000 00000

0000

Nach dem eruptiven Prolog verharrt AGGRESSION SCALE kurz in Momenten der Ruhe und Stille, stellt dabei die Protagonisten kurz vor – nur um wenige Augenblicke später in die Familienidylle das nackte Grauen einbrechen zu lassen. Die Kinder werden Zeuge, wie ihre Eltern kaltblütig und erbarmungslos hingerichtet werden. Doch anstatt zu fliehen, entwickelt sich vor allem der stumme Owen zu einem ebenbürtigen Gegner, der mit den Mördern seiner Eltern nach und nach kurzen Prozess macht.

AGGRESSION SCALE kreuzt die Stilelemente von Home Invasion- und Survival-Thriller miteinander, um in einer finalen Selbstjustizorgie zu enden, die Owens gesamtes Aggressionspotential zum Ausdruck bringt.
Der Film ist dabei auf ganzer Linie todernst und überzeugt in allen Belangen: der Score ist kraftvoll und nervenaufreibend, der Schnitt nicht hektischer als nötig, die Darsteller (vor allem RAY WISE in seinen wenigen Auftritten) überzeugend und die Spannungsmomente sind zahlreich vorhanden. Die einfach gestrickte, kurzweilige Handlung ist wendungsreich und mit einfallsreichen Ideen umgesetzt, so dass Tempo, Spannung und Unterhaltungswert sich konstant die Waage halten.

0000 00000

TIBERIUS FILM hat nach dem Grindhouse-Thriller VICTIM mit MICHAEL BIEHN und DANIELLE HARRIS, erneut ein sicheres Gespür für herausragende Genre-Kost aus dem B-Sektor bewiesen – AGGRESSION SCALE ist überdurchschnittlich gut und stilsicher inszeniert und kann uneingeschränkt empfohlen werden!

7,5/10

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *