Kritik: 96 HOURS – TAKEN 2
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Luc Besson – der Name des französischen Produzenten, Drehbuchautoren und Regisseurs steht für hochglanzpolierte, sinnentleerte und temporeiche Adrenalin-Actioner vor wunderschöner Kulisse: ob Jet Li in „Kiss Of The Dragon“, Jason Statham in der „Transporter“-Trilogie oder Liam Neeson in „96 Hours“ – wenn der Name Besson in den Credits auftaucht, empfiehlt es sich, das Hirn auszuschalten, Logik und Verstand nicht zu hinterfragen und die Action zu genießen.

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Während mit „Transporter – The Mission“ das Original qualitativ und storytechnisch noch toppen konnte, macht die Fortsetzung von „96 Hours“ einen Schritt zurück und wirkt stellenweise wie eine lustlos, aber auf Teufel komm raus hingerotzte Fortsetzung, um schnell und effizient an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen.
„96 Hours“ war ein harter, rasanter und vor allem origineller Hostage-Thriller, der Hauptdarsteller Neeson als Ex-CIA-Agent auf der Suche nach seiner verschleppten Tochter in die dreckigsten und verkommensten Viertel von Paris führt und mit brachialer Gewalt eine komplette Mädchenhändlerbande dezimiert: vom kleinen Handlanger über den Schlepper und Organisator bis hin zum Endabnehmer.
Teil 2 setzt einige Zeit später genau dort an und lässt Neeson, in seiner gewohnten Rolle, diesmal selbst zum Ziel einer Entführung werden, die auf das Konto der Angehörigen der von Neeson getöteten Verbrecher des ersten Teils geht, die ihn, dessen Frau und Tochter versuchen, in der Türkei zu entführen. 
Doch bevor nahezu die identische Story des Originals noch einmal leicht variiert aufgetischt wird, vergeht bald eine halbe Stunde, in der lediglich seifenopernartige Phrasen gedroschen und Langeweile in Reinkultur zelebriert werden.

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Während Leeson und Filmfrau Famke Janssen gefangen gehalten werden, mausert sich Filmtochter Maggie Grace zum Aktivposten und wirft Handgranaten um sich, damit sich ihr Vater anhand der Explosionen orientieren und befreien kann, während ihre Mutter, leicht verwundet, erneut den Häschern in die Hände fällt.
Das ganze Treiben ist zwar, sobald es endlich einmal richtig in Fahrt gerät, sehr rasant- und temporeich in Szene gesetzt, doch mehr als ein gewöhnlicher Actionfilm mit vorhersehbarer Handlung, ist dabei nicht herausgekommen. 
Die Originalität des ersten Teils ist komplett verloren gegangen, stattdessen wirkt Neeson in seiner Rolle diesmal reichlich lustlos. Der Actionanteil ist im Vergleich zum ersten Teil sogar noch höher – doch machen unzählige Verfolgungsjagden und Schießereien aus einer gewöhnlichen Story noch lange keinen atemberaubenden Actionthriller wie es das Original war. 
Trotz vereinzelter Spannungsmomente ist der Großteil der Handlung durchschaubar und bei weitem nicht so einfallsreich wie noch vor vier Jahren.

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„96 Hours II“ ist ein guter Film – mehr aber auch nicht. Die Story lieblos wiedergekäuert, ohne Raffinessen inszeniert und auch die Action ist bei weitem nicht so spektakulär, wie man es von Besson gewohnt ist. Keine Enttäuschung, aber sicherlich auch kein Grund ein Fass aufzumachen.

7/10

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