Kritik: HOT DREAMS

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Ein illustres und vollbusiges Damen-Quartett – bestehend aus den drei heißen Schwedinnen Annika, Inga und Elsa sowie deren französischem Hausmädchen – erzählt sich hier seine besten erotischen Abenteuer. Sei es mit dem Klempner, dem Chef, bayerischen Lederhosen-Seppl´n, König Artus, Aliens oder den sieben Zwergen… – in HOT DREAMS geht es in der Horizontalen kreuz und quer durch die Film- und Märchengeschichte. Da bleibt kein Auge trocken – denn für dieses sexistische Vergehen an der Menschlichkeit zeichnet sich niemand Geringeres verantwortlich als der niederbayrische BRANDL-CLAN, der mit augenzwinkernder Selbstironie sogar die Völker ihrer eigenen Heimat aufs frivole Korn nimmt und vor allem dem männlichen Zuschauer zu potenter Unterhaltung verhilft. HOT DREAMS ist die filmische Dosis Viagra und macht müde Männer munter – denn der Spezies lüsterner und chauvinistischer Busengrabscher und Popo-Klatscher wird hier die volle Ladung Sexismus und Obszönitäten um die Ohren gehauen, dass es im Schritt nur so juckt. Bevor das kultverdächtige MOOR-MONSTER (siehe DEAD ENDS Nr.1!) die bayrische Flora und Fauna unsicher machte und kreischende großbusige Blondinen
über die saftigen Wiesen scheuchte, wilderte der BRANDL-CLAN bereits für HOT DREAMS durch die Filmgeschichte, um deutsche Sexfilme, Hardcore-Industrie, die Gebrüder Grimm und US-Blockbuster in einer 14 Lang- und diverse Kurzepisoden umfassenden Frivolitäten-Anthologie zu verulken.

„Du bist anders als die anderen Männer. Die schauen mir nur auf die
Titten – Du schaust mir auch auf den Arsch!“

ABARTEN DER KÖRPERLICHEN LIEBE hieß in den 70er Jahren ein filmischer Beitrag zur allgemeinen Volksaufklärung deutscher Bundesbürger – und mit solchen „Abartigkeiten“ wird hier der Zuschauer konfrontiert. Und sogar noch darüber hinaus – denn wenn die BRANDLs bei ihren Parodien die Zügel in der Hand haben gibt es geschmacklich keine Grenzen mehr und alles und jeder wird durch den Kakao gezogen, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist. TTT-Chefredakteur MIKE BLANKENBURG hat sich im Sinne der Aufklärung seiner Leser dann auch entschlossen, sich den zweieinhalbstündigen Director´s Cut anzuschauen, der im Vergleich zur Standardversion mit knapp 30 Minuten mehr Gags zu Buche schlägt.

Dicke Hupen, pralle Popos und jede Menge derber Zoten bilden das Hauptaugenmerk von HOT DREAMS und unterhält dabei den Zuschauer auf charmante Art mit den genretypischen Stilmitteln, die die Werke der
Sexfilmindustrie auszeichneten und hier genüsslich veralbert werden. Wenn es an den unmöglichsten Orten deftig zur Sache geht, dann sind die Hosen zwar runtergezogen – aber der Akt bewusst offensichtlich in bester SCHULÄDCHENREPORT-Tradition gestellt. Männliche Gemüter werden hier ohnehin vorrangig erhitzt, denn während die „kernigen“ Darsteller (allen voran Autor und Regisseur GÜNTER BRANDL auf den Spuren von Hardcore-Stecher CONNY DACHS in weit über 20 (!!) Rollen) meistens nur ihren nackten Hintern zur Schau stellen, werden die Kurven der weiblichen Akteure stets komplett ins rechte Licht gerückt. Teilweise wie die SEXY CLIPS aus den mitternächtlichen Programmen diverser Sportsender inszeniert, wird in HOT DREAMS eine freche Dessousparade
mit wolllüstiger Lesbenerotik geboten, dass sich bei JESS FRANCO vor Freude der Sargdeckel erheben würde – wäre die Behausung des kleinen Portugiesen mit einem DVD-Player ausgestattet. Die Gags dieser Parodie
sind teilweise so vorhersehbar und platt wie die der Filmbesprechung des TTT-Redakteurs, angereichert mit Schwulitäten und SM-Klischees. Nicht jeder Gag zündet – aber wer mit den Sexkomödien der frühen 70er Jahre aus dem RTL-Programm groß geworden ist, wird an dem versauten Reigen seine Freude haben und sich in die Zeit der
Lederhosen-Filme zurückversetzt fühlen. Dreist und überhaupt nicht gottesfürchtig, ist HOT DREAMS mit seinen skurrilen Szenarien mit ulkigen Perücken und aufgeklebten Bärten eine Empfehlung für Freunde derber Parodien und Pflichtprogramm für Trash-Enthusiasten!

About

Jahrgang 1975, dreifacher Familienvater und leidenschaftlicher, aber nicht exzessiver Filmsammler. Ich habe ein ganz besonderes Faible für die 60er, 70er und 80er Jahre, für das deutsche und italienische Genrekino mit all seinen Facetten. Ob Edgar Wallace, Karl May oder TV-Klassiker wie DERRICK, DER ALTE oder TATORT - das sind die Titel, mit denen ich groß geworden bin. Mit Komikern wie LOUIS DE FUNES und HEINZ ERHARDT, mit SEAN CONNERY und ROGER MOORE als JAMES BOND, mit BLACKY FUCHSBERGER als Inspector Higgins, JOHN WAYNE als Westernheld und CHRISTOPHER LEE als DRACULA. Meine bevorzugten Genres sind Horror, Thriller und Old School-Action - im speziellen bin ich ein Freund von Slasher und Splatter-Machwerken, Zombiefilmen, Gialli und Polizieschi. Ich liebe den Psychothriller genauso wie den Polit- und Verschwörungsthriller, ich mag Tier-Horror fast jeder Art und die Mitternachtsfilme, mit denen mir RTL und SAT.1 am Wochenende die Jugend versüßten. Ich sage nur: LASS JUCKEN, KUMPEL. Science-Fiction und Fantasyfilme sind weniger mein Genre, ich mag auch nicht die modernen Big Budget-Blockmuster, die mit CGI und famoser Tricktechnik vollgestopft sind. Nett anzuschauen, aber seelenlos. Ich bin eher der Freund von Trash- und B-Movies und melde mich auch nur bei den Genres zu Wort, von denen ich Ahnung habe. Meine Lieblingsfilme sind u.a. WOODOO - SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, TENEBRE und AUF DER FLUCHT. Das sind nur drei Beispiele - alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. In meine Sammlung kommen nur solche Titel, die einen nostalgischen Wert für mich haben und Filme, die ich mir immer wieder anschauen würde. Langeweile und filmische Eintagsfliegen, die zu schauen einmal ausreicht, werden gleich entsorgt. Als "Prinzessin Balduin" und "Trash-Luder Balduin" bin ich Herrin über TITTEN, TRASH und TERROR!

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